#31 Tupoka Ogette: Trauer um die Narben eines Aufwachsens

Shownotes

Tupoka hat in ihren Memoiren "Trotzdem zuhause" und in unserem gemeinsamen Gespräch viele Themen aus ihrer Vergangenheit mitgebracht. Es geht viel auch um rassistische, sexistische und sexualisierte Gewalt, welche ein Teil von ihrem Aufwachsen war. Ein Aufwachsen während der sogenannten Baseballschlägerjahre, in denen Menschen Ausgrenzung und Ausschluss erfahren haben. Und eben auch rassistische Gewalt, wenn wir an die rassistischen Angriffe in Rostock-Lichtenhagen oder Mölln in den 90er Jahren denken. Wie verarbeiten wir unsere Gewalterfahrungen und was macht es mit uns, wenn wir uns vorstellen, wer wir geworden wären, wenn wir diese Erfahrungen nicht gemacht hätten? Ist das Aufschreiben ein Teil des Heilungsprozesses? Und wie werden wir bei solchen Erfahrungen nicht verbittert?

Wenn wir über Heilung sprechen? Was gibt es für Wege, die uns da helfen können? Neben Therapie gibt es sicherlich auch viele weitere Wege. Schreiben, Malen, Tanzen, Yoga oder Brettspiele?

Darüber und über vieles mehr in der neuen Folge von Trauerschatten.

Hinweis: In der Folge geht es auch um sexualisierte Gewalterfahrungen. Hör dir bitte nur die Folge an, wenn das Thema aktuell für dich nicht triggernd ist.

✏️Shownotes:

➡️Tupokas Website

➡️Tupokas Instagram-Profil

➡️Tupokas Memoiren "Trotzdem zuhause", erschienen bei Penguin Books

➡️Isabelle Dikumbis Website rund um das Thema Yoga


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🎬Idee, Redaktion und Produktion: Samson Grzybek

📸Idee und Cover: Jana Rodenbusch

📸Sounddesign und Kompositionen: Gin Bali

Transkript anzeigen

00:00:13: Trauerschatten.

00:00:14: Der Podcast über Trauer, Verlust und das Leben danach.

00:00:24: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge Trauerschatten!

00:00:28: Mit mir heute dabei ist Tupokka Ogette.

00:00:31: Hi schön dass du da bist.

00:00:33: Das

00:00:35: freut mich sehr, dass wir heute sprechen.

00:00:38: für die Leute, die da draußen Tupoka noch nicht kennen.

00:00:42: Du bist Autorin hast mehrere Bücher geschrieben Zwei von denen mindestens davon drehen sich auch um deine Arbeit als Beraterin für Rassismuskritik und Antirassismus im deutschsprachigen Raum.

00:00:59: Genau, du bist auf sehr vielen Bühnen.

00:01:00: Du berätst so dass wir glaube ich die Kurzfassung.

00:01:05: Ja

00:01:06: schön das ich hier sein darf.

00:01:07: danke für die Einladung.

00:01:09: Es freut mich, dass du die Einladung angenommen hast.

00:01:13: Du hast ja jetzt vor kurzem neues Buch rausgebracht, trotzdem zu Hause.

00:01:20: Was ja auch sehr viel persönlicher ist als die davor und da hast du dich auch mit sehr vielen unterschiedlichen Themen befasst.

00:01:28: Und da wollte ich vielleicht auch gerade deswegen mit der Frage wie so jede Folge einsteigen... was hat dich traurig gemacht, du Pucker?

00:01:39: Ja also ich muss ein bisschen ausholen das Buch zu schreiben, wie es ist ein Memor.

00:01:45: Es ist ein Memory über meine Kindheit, Jugend, junges Erwachsenenalter.

00:01:51: aufwachsen in der DDR als schwarzes Kind dann kurz vor der Wende in den Westen, dann hier im Baseballschlägerjahre in Berlin erlebt und ja und allein das bedeutet's wie man sich wahrscheinlich denken kann, schon viele Dinge erlebt auch zu haben die mit Ausschlussausgrenzung Zugehörigkeitsfragen zu tun haben.

00:02:20: Die einen traurig machen wenn man da nochmal reingeht und man sich erinnert Aber ich schreibe auch viel über sexualisierte Gewalt.

00:02:31: Und die, die ich erlebt habe, ich schreib über Missbrauch... Ich wurde zwei Jahre missbraucht als junges Mädchen von mehreren Männern in einem Ort der eigentlich ein Zuhause sein sollte eine Art zu Hause also nicht jetzt bei mir einer Familie sondern eine Gemeinde die ich gefunden hatte.

00:02:49: Ich schreib aber über viele verschiedene Arten von sexualisierter Gewalt im Alltag und ich schreibe auch über eine Gewaltbeziehung.

00:02:56: Und als die Einladung kam zu deinem Podcast, war das irgendwie auf einer Art auch eine Fügung.

00:03:04: Weil ich gerade in so einem Prozess bin nach dem Schreiben des Buches und jetzt den vielen, vielen Gesprächen, die ich auch dazu habe ist so die Wut.

00:03:14: Die lange da war die Scham.

00:03:16: Die Lange da war ein bisschen weg.

00:03:19: Anstelle dieser Gefühle ist ne Trauer bekommen eine Trauer.

00:03:28: Ich habe das auch, ich sage es ganz offen auch in meiner Therapie irgendwie besprochen.

00:03:33: natürlich.

00:03:33: also man so ein Memoir schreiben und auch in die Öffentlichkeit gehen mit solchen Themen bedeutet immer als sollte jede Person glaube ich sich auch therapeutisch begleiten lassen Und da hab' ich mich irgendwie so ermutigt gefühlt durch meine Therapeuten zu sagen Die Trauer ist okay Die darf sein, und die ist auch gut.

00:03:56: Und die ist wichtig, weil ich habe mich da echt gegen gesträubt.

00:04:00: Jetzt bin ich in einem Prozess des Trauerns.

00:04:03: Ich habe lange ausgeholt aber das Trauers um die Narben... ...und die Konsequenzen von rassistischer und sexualisierter Gewalt In meinem Körper Aber natürlich auch kollektiv, gesellschaftlich.

00:04:25: Traurig!

00:04:26: Ich traure um die Topokka, die ich vielleicht gewesen wäre wenn sie diese ganzen Erfahrungen nicht gehabt hätte.

00:04:36: Ich trauere um die topoka, die ohne Narben oder mit diesen Narben durch das Leben gehen muss.

00:04:44: Es sind auf jeden Fall eine Menge Themen, die du in deinem Buch verarbeitet hast oder ausgearbeitet und die dich natürlich auch in deinem Leben irgendwie begleitet haben.

00:04:56: Und gerade wenn man Gewalterfahrung erlebt hat, hat es ja auch sehr viel damit zu tun, zu verarbeiten in erster Linie was ohne die eine eigene Kontrolle mit einem gemacht worden ist.

00:05:12: Gerade halt eben in solchen Verhältnissen wo man sich eigentlich Ja, in großen Teilen machtlos fühlt.

00:05:21: Also gerade halt das Aufwachsen als kindjugendliche Person wo du davon erzählt hast und ich meine ich hatte ja das Buch auch gelesen Das macht natürlich was mit einem grade halt in so nem Alter Wo man ja heran wächst, wo man sich findet die eigene Identität So sich findet.

00:05:40: darüber hast Du ja auch sehr viel geschrieben Und das prägt ihr ein das ganze Erwachsenen Leben was dann in diesem Zeitraum passiert bis, glaube ich so in den Zwanzigern und darüber hinaus.

00:05:51: Und ich finde es... Also ich kann zu bestimmten Punkten Bezüge ziehen, Persönlichbezüger also ich habe auch Therapie-Erfahrung jahrelang eben auch wegen Gewaltmissbrauch ähnlichen Erfahrungen, also in bestimmten punkten kann ich da relating und Ich finde das was gerade so am stärksten resoniert hat war diese Satz hin und gesagt hast, Trauer um die Narben und die Konsequenzen.

00:06:21: Dass das halt etwas ist was selbst mit egal wie viel Therapie man machen würde, egal wie gut es einem so vergleichsweise heute geht dass das immer noch bleibt und dass immer noch da ist Das ist auch so was mega erschöpfendes, wie ich zumindest persönlich finde das sozusagen immer noch tagtäglich mit rein zu tragen in alle Beziehungen.

00:06:44: In den Alltag.

00:06:47: es ist erschöpfend auf jeden Fall auch.

00:06:50: Ja man also in dieser Leistungsgesellschaft in der wir leben gibt es ja auch einen Blick auf Heilung der sehr leistungsorientiert ist und der irgendwie der einem suggeriert, man geht da rein und jetzt macht man Therapie oder jetzt schreibt man Journal oder was auch immer.

00:07:10: Man macht dies und das und dann bist du ein Schritt weiter in deiner Heilung.

00:07:14: Und irgendwann bist Du halt geheilt!

00:07:18: Ich habe schon glaube ich lange geglaubt für mich dass das so das Goal ist Diese ganzen Narben, die man so hat.

00:07:27: Die seelischen Narben und die körperlichen Narben sind halt da.

00:07:30: aber I can fix this!

00:07:36: Ich glaube deswegen war das für mich ein echt großer Turning Point irgendwie... Also ich muss nochmal kurz auch so einen Buch schreiben.

00:07:44: also ich glaube viele oder man kann in diese Falle tappen zu glauben wenn ich das jetzt aufschreibe Wenn ich das schaffe zu schreiben, also der Schreibprozess war unfassbar anstrengend.

00:07:56: Unfassbar schwierig auch unfassber wichtig und schön aber es war a lot.

00:08:04: Aber dass man dann so ein bisschen verleitet ist zu glauben ja und wenn ich das denn in die Welt gebe Und dann lesen Leute davon und dann haben leute vielleicht Mitgefühl oder sie finden sich selber da drin Oder wie ne Dann heilt das was in mir Und das ist sehr verführerisch, auch dieser Gedanke.

00:08:22: Im Gespräch mit meiner Therapeutin von Anfang an war da ein Riesenthema.

00:08:27: Kognitiv zu wissen – es ist nicht so!

00:08:31: Du heilst nicht auf der Bühne.

00:08:34: Natürlich treffst du durch das Buch und treffe ich andere Menschen, die mir dann von ihren Geschichten erzählen.

00:08:40: Ich treffe wunderbare Gespräche, es gibt bestimmt viele Menschen, Ja, oder sich wieder finden wir auch immer.

00:08:50: Aber... Also ich sage es mal ganz platt.

00:08:56: trotzdem wenn ich abends ins Bett gehe oder nachts irgendwie schweißgebadet aufwache weil dieser eine Albtraum der mich seit dreißig Jahren begleitet ist halt immer noch da dann bin ich immer noch.

00:09:06: Ich bin immer noch alleine mit diesen Monstern und mit diesem

00:09:13: Namen.

00:09:16: Ich glaube jetzt inzwischen nämlich, dass Heilung auch nicht so funktioniert.

00:09:19: Ich glaube nicht, dass man heilen kann!

00:09:21: Ich glaube das man lernen kann mit diesen Narben zu leben.

00:09:25: aber dafür ist eben ein Trauerprozess wichtig.

00:09:29: also Wut ist wichtig und die Scham zu sprechen ist wichtig.

00:09:34: Und auch wieder zu gucken wo finde ich Freude und Biderstands?

00:09:37: alles super wichtig.

00:09:38: Aber es ist auch wichtig für einen Moment zu trauern.

00:09:42: Zu trauert dass man keinen Grundvertrauen in den eigenen Körper mehr hat.

00:09:47: Zu trauern, dass man sich in einem eigenen Körper manchmal fühlt wie so eine Mieterin nicht wie die Eigentümerin.

00:09:54: also jetzt für mich gesprochen.

00:09:56: Die Selbstverständlichkeit im eigenen Körper anwesend zu sein ja?

00:09:59: Also wenn man sehr viel dissoziiert hat als Überlebensstrategie das man überhaupt immer damit hadern wird immer wieder... ich glaube zeit meines Lebens werde es ein Akt sein eine Beziehung zum meinem Körper herzustellen Weil das Grundding ist, dass war so unsafe in bestimmten Momenten.

00:10:22: Ich musste mich abspalten!

00:10:23: Die Fähigkeit nähe von Gefahr zu unterscheiden?

00:10:30: Wann ist Nähe was Schönes?

00:10:32: Wanne ist Nähergefahr?

00:10:34: und ich habe mir nichts mehr gewünscht früher so... ...ich will die Liebe meines Lebens finden la la la natürlich auch gefüttert durch all die Botschaften.

00:10:44: Aber da did, ich hab sie gefunden.

00:10:46: Und ich habe dann überhaupt nicht damit gerechnet ... dass sich auch diese Nähe, die so viel Kraft mehr gibt und die so schön ist und ich so sehr will aber trotzdem manchmal bei mir auslöst das ich Panik kriege oder also mein Körper oder meine einfach was macht weil er so einfach auf der Festplatte quasi eine Störung isst Darum zu trauern.

00:11:15: Um diese Leichtigkeit, die vielleicht andere Menschen, die diese Gewalt nicht erlebt haben, vielleicht haben... Ich traue um Schlaf!

00:11:24: Festen, Tiefen und gestürten Schlaf.

00:11:31: So ich könnte... I could go on weißt du?

00:11:33: Also ja.

00:11:35: Also wie so üblich bei einem Hörpodcast sieht man nicht, wie ich immer wieder geniegt habe weil es so Du hast so viele wichtige Punkte gesagt, also ja natürlich das große Grundproblem.

00:11:47: Wir sind in der Leistungsgesellschaft und auch diese Punkte die du alle genannt hast.

00:11:51: Ja geht man zur Therapie dann wird es schon.

00:11:54: Habe ich auch sehr lange gedacht.

00:11:57: Und was ja auch mit Social Media auch sehr viel beworben wird zu Journaling und Selfcare und dies ist das jenes Die Realität ist aber natürlich eine andere, auch Zugänge zu sensibilisierter psychotherapeutische Unterstützung.

00:12:14: Dass das ein riesengroßes Feld ist und Leute natürlich dann auch so Erfahrung haben wie ich dann ähnliche dass man dann teilweise Begegnungen hat auch im therapeutischen Setting, dass man traumatisiert da teilweise rausgeht als man reingegangen ist weil eben bestimmte Psychotherapeutinnen auch nicht sensibilisiert sind, gerade was das themasexualisierte Gewalt angeht.

00:12:37: Was Rassismus angeht also wenn man sich anguckt so wie wenig sie sehr viele Praktizierende damit beschäftigen während der Ausbildung danach noch und natürlich halt auch so wie wenige Selbstreflektionen da ist Also wie mit diesem Team umgegangen ist Natürlich dann auch noch in diesem System die Krankenkassen zahlen ja auch Wenn man gesetzlich versichert ist auch nur bestimmten eine bestimmte Anzahl anstunden und dann gehen sie eigentlich davon aus so, ja jetzt muss die Therapie doch Erfolg gebracht haben.

00:13:08: Und jetzt ist vorbei und wir zahlen auch nichts mehr und dann ist man in der Sperrzeit.

00:13:14: Das sind ja auch alles so Probleme.

00:13:15: das heißt man steht ja auch vielleicht selber unter einem Druck dass man denkt okay ich musste jetzt vorankommen ich muss das jetzt machen oder ich will das jetzt Man hat ja natürlich auch so eine Hoffnung.

00:13:28: So, hey okay ich bin jetzt bei einer Person die mir vielleicht helfen wird und zumindest bei meiner Therapeuten war es so dass sie was mich am Anfang sehr frustriert hat sehr stark gedrosselt hat Weil sie dann mal... Also erstmal langsam und so.

00:13:45: Wir müssen erst mal gucken, dass du stabil bist, das überhaupt das?

00:13:49: Wenn wir in die Verarbeitung reingehen was sehr intensiv sein kann, was sehr kräftezehrend sein kann vor allem wenn man dabei halt auch Lohn arbeitet, kehr arbeitet also das ganze Leben dabei führt.

00:14:00: Das ist ja auch eine intensive Phase also

00:14:03: total.

00:14:03: ich glaube

00:14:06: Viele verwechseln die Art von mentalem Heilungsprozess, typischerweise wie bei vielen mentalen Gesundheitsproblem mit so einem gebrochenen Bein.

00:14:16: Dass man sagt zu hey okay das Bein ist jetzt in dem Gips und dann nach sechs, sieben, acht Wochen nicht mehr.

00:14:21: und dann hat man ein bisschen Physio, ein bisschen Reha und dann geht es schon Und dann ist das vielleicht ein Prozess von paar Monaten wo die Sache gegessen ist.

00:14:30: aber eben bei mentalen Namen ist das halt so ein langer Prozess und du hast es alles so gut beschrieben, dass es halt vielleicht nicht so befriedigend ist oder nicht so schnell zum einen also schnell sowieso nicht.

00:14:49: Also dieses Verständnis von Zeit finde ich auch etwas in einem Heilungsprozess mega schwierig zu greifen, weil jeder Heilungsprozess kann unterschiedlich sein.

00:15:02: Unterschiedlich intensiv je nachdem was für Ebenen da mitspielen wie viel Zeit man sich überhaupt nehmen darf für Therapie und was andere Ressourcen angeht.

00:15:13: also mir wird auch immer wieder in der Therapie gesagt auch das Umfeld ist auch ultra wichtig.

00:15:20: nicht nur dass man da halt regelmäßig zur Therapie geht sondern Wie sehr fängt das eigene System ein auf?

00:15:26: Also sei es jetzt Familie, PartnerInnen.

00:15:30: Die Arbeit je nachdem was man da hat ist ja auch ultra wichtig sein kann weil irgendwann hört die Therapie auf oder irgendwann sind halt alles Skills gelernt alle Bücher dazu gelesen und das Leben geht ja auch weiter.

00:15:41: Und wie du das auch alles beschrieben hast dass es ja auch irgendwie weitergeht und weitergehen muss In dieser Gleichzeitigkeit, das finde ich auch so was extrem anstrengendes.

00:15:56: Weil es dann halt immer wieder die Bezugspersonen vielleicht in eine Spannung bringen kann wenn sie nicht Erfahrung gemacht haben oder schwieriger danach... vollziehen können.

00:16:09: So, okay was geht da gerade vor?

00:16:11: Wie ist das mit den Albträumen, wie ist es damit dass bestimmte Orte nicht aufgesucht werden können also diese ganzen Sachen die halt Menschen mit traumatisierenden Erfahrungen gemacht haben, dass das so ein Thema ist du hast das beschrieben mit Grundvertrauen in den eigenen Körper.

00:16:27: ich kenne das Grundvertrauen Ängste Bezugspersonen so, sind die denn noch da?

00:16:33: Wenn wir uns jetzt irgendwie zweitere Woche nicht sehen.

00:16:37: Das kann ich auch.

00:16:38: Dieses Thema auch von Gefühlen, sind sie immer noch da auch wenn Sie wie sie nicht ständig aussprechen was wir für einander fühlen.

00:16:46: Gerade wenn es halt die ängsten Eltern oder andere enge Bezugspersonen sind wo man heute Erfahrung gemacht hat und dieses Nähe- und Gefahr... Ich weiß gar nicht, wie viele Leute sich darunter das vorstellen können.

00:17:01: Was das für eine Erfahrung sein kann?

00:17:03: Immer wieder bei neuen Leuten den man begegnet oder halt auch bei Leuten die man kennt immer wieder das Gefühl zu haben okay was passiert gerade in meinem Körper?

00:17:12: ist es grade echt?

00:17:14: also nicht dass die eigenen Gefühle nicht echt werden?

00:17:16: aber besteht jetzt eine reale Gefahr oder sind es eben Erinnerungen von früher die der Körper wahrnimmt?

00:17:26: Ich höre jetzt erst mal auf, weil jetzt monologisiere ich auch gerade schon so viel.

00:17:30: Was willst du dazu gerne sagen?

00:17:32: Nee es ist total anschlussfähig was du sagst.

00:17:35: Auch viele Dinge parallel im Kopf.

00:17:37: aber ja dieses Nervensystem was einfach sofort trainiert ist da drauf sofort immer mit von null, wenn man jetzt zehn also eine Skala von null bis zehn hat.

00:17:51: Immer gleich bei zehn irgendwie bei allen kleinen Dingen weil man irgendwie gelernt hat die Welt kann einfach von einer Sekunde auf die andere zusammenbrechen und da kann so ein Loch aufgehen und dann bist du in so einer unfassbaren Ohnmacht.

00:18:05: Nahtoderfahrung wie auch immer Und ich schreibe in einem Buch auch von der Nahtod Erfahrung zum Beispiel Ja und auch dann irgendwie paradoxe Reaktionen manchmal zu haben oder vermeintlich paradoxe, Reaktion auf bestimmte Situationen.

00:18:24: Und das ist auf jeden Fall auch schwer für Bezugspersonen.

00:18:27: die müssten eigentlich alle irgendwie so eine Art Coaching machen und lernen und so.

00:18:34: Ich finde aber nochmal einfach

00:18:36: auch

00:18:37: weg von mir jetzt als Individuum ist es ja auch.

00:18:41: also als ich dann angefangen habe mich damit ein bisschen zu beschäftigen.

00:18:44: Also den Begriff des Racial Grief gibt es, also von rasifizierter Trauer.

00:18:50: ich glaube Audrey Lord hat auch davon gesprochen.

00:18:53: das kann man bestimmt auch übertragen auf sexualized violence grief oder so und diese...also das ist ja auch was was kollektiv viele Communities einfach betrifft, in meinem Fall vor allen Dingen schwarze Communities die mit dieser Trauer auch schon lange zu tun haben.

00:19:15: Weil einfach die Welt in diese hinein geboren wurden einem direkt bei der Geburt auch viel was nimmt und man irgendwie parallel.

00:19:25: du hast gesagt Gleichzeitigkeit.

00:19:27: also für mich ist auch dieses mein Buch irgendwie dieses war für mich der Fokus auf Gleichzeitigkeit, also dass man beides haben kann und beides irgendwie Teil des Lebens ist.

00:19:41: Nicht nur das Schreckliche auch das Schöne und das Beides immer auch oft parallel existiert und ich glaube damit haben einfach marginalisierte Communities schon immer irgendwie leben müssen.

00:19:55: Weißt du, diese ganze... Kennt ihr wahrscheinlich auch nicht die ganzen Sprüche?

00:19:59: Die dann immer so sind.

00:20:00: Ja, die hier sind so voller Lebensfreude!

00:20:01: Den gibt's viel... weißt du

00:20:03: so?!

00:20:03: Und du denkst und das ist aber gleichzeitig eben wie oft, wie nah das Lachen an dem Wein sein kann.

00:20:14: Es gibt ja auch diesen Spruch if you're not laughing, we are crying.

00:20:23: Ich glaube es ist einfach wirklich eine kollektive Trauer, die da ist und parallel dazu trotzdem dieser Lebenswille über Generationen hinweg der sagt wir werden uns trotzdem widersetzen.

00:20:36: Wir werden trotzdem tanzen und vielleicht jetzt als recht irgendwie Freude spüren.

00:20:42: Und ich muss gerade noch jetzt dann komme ich zum Ende aber ich habe gerade noch an so ein Interview gedacht.

00:20:48: also ich werde ganz oft in interviews gefragt so ja warum?

00:20:52: Das ist ja mir so viele schreckliche Sachen erlebt und so.

00:20:57: Warum sind sie denn nicht so verbittert?

00:20:59: Warum sind Sie dann immer noch so glücklich oder so zugewandt, so freundlich... Und ich finde es so interessant dass wir irgendwie da auch drüber nachdenken, dass wir mal denken jemand der viele schlimme Sachen erlebt hat muss per se verbitterts sein.

00:21:14: Es kann natürlich sein!

00:21:15: Es kann sein das das Menschen bricht, das kann passieren, es kann auch sein dass Menschen dadurch bitter werden Gewalt antun anderen, aber weil sie selber Gewalt erlebt haben.

00:21:26: Aber ich glaube nicht dass es zwangsläufig so ist.

00:21:29: Ich glaube auch ganz oft ist das eben auch gar nicht so Sondern ja aber jetzt schweife ich ein bisschen ab nur So viele Gedanken

00:21:37: Aber auch gerade was du gemeint hast um mit diesem verbittert sein?

00:21:40: Ich glaube das gehört vielleicht auch zu vielen Narrativen die da sind Dass Leuten irgendwas passiert sein muss die erklären warum Menschen in gewisser Art und Weise handeln, warum sie bestimmte Dinge tun.

00:21:57: Und ja es kann natürlich halt auch sein dass Menschen, die als Erwachsene Gewalt voll sind, anderen Gewalt zufügen das dann natürlich halt ein Grund liegen kann, dass ihnen etwas widerfahren ist.

00:22:11: aber auch da gebe ich dir absolut recht Es muss nicht sein, es kann ja einfach tausend andere Dinge passieren Menschen einen guten Zugang zu therapeutischer Unterstützung kriegen, ein neues Umfeld finden was absolut unterstützenswert ist.

00:22:30: Dass da ja in gewisser Weise so eine Lebenswille da ist der einfach nur irgendwie geweckt werden muss an bestimmten Stellen durch bestimmte Begegnungen.

00:22:41: und eine andere Faktor kann natürlich halt auch sein dass Leute dann einfach sich selber verlieren Also auch gerade so Richtung Konsum missbrauch, dass die Leute dann halt einfach auch vielleicht nicht klar kommen.

00:22:52: Weil sie einfach noch nicht diesen Punkt gefunden haben oder diesen Ort wo sie halt einen Turning Point erfahren mit ja okay ich kann das alles umdrehen und ich habe Hoffnung in mir selbst.

00:23:05: also grade was du auch vorhin gesagt hattest zu diesem Was ist mein Wunsch, wenn ich über diese Themen offen spreche, offen schreibe?

00:23:18: Dass da eine Hoffnung da sein kann.

00:23:22: So ja vielleicht halt das was in mir, diese falsche Hoffnung von der du gesprochen hast aber auch so vielleicht dieser Wunsch... etwas auszusprechen, um sich irgendwie weniger einsam damit zu fühlen und vielleicht irgendwie zu hoffen so.

00:23:34: Vielleicht ist ja jemand da draußen der das lesen kann, der die dass lesen können und dann fühle ich mich weniger einsamt.

00:23:40: und ich glaube gerade halt in solchen Fällen wenn man diese Erfahrung gemacht hat an Gewalt, an Missbrauch und man auch die Zeit danach sehr lange damit gehadert hat eine Sprache dafür zu finden oder einen Ort dafür hat darüber zu sprechen sich da auch irgendwie unsicher ist, so werde ich überhaupt gehört.

00:24:03: oder hättest jemand mitbekommen.

00:24:05: Es ist ja auch sehr ein großer Zweifel finde ich auch an Selbstwahrnehmung und an Realität.

00:24:11: also hatte es ne?

00:24:12: Also ich kannte das von mir auch ganz lange diese so selbst zweifel so vielleicht war's gar nicht ja so schlimm.

00:24:17: Ja, genau.

00:24:18: Vielleicht ist es ja auch anderen passiert und alle schweigen einfach darüber und das ist ein Secret Club und das is einfach so... Was ja auch einfach nur schrecklich ist, in diese Gedanken zu kommen.

00:24:30: und du hast gerade auch eben richtigerweise gesagt mit diesen wie andere nicht Betroffene damit umgehen können.

00:24:42: Und grade da fällt mir ein zumindest in Queer Community gibt es zumindest hier in Köln regelmäßig solche Treffen so für Beziehungspersonen von Trans-Personen beispielsweise, dass sie sich da halt in bestimmten Bereichen dann austauschen können über Erfahrungen.

00:24:58: Über wie kann man da unterstützen?

00:25:01: Und ich muss auch sehr viel darüber nachdenken.

00:25:04: über eine andere Aufnahme mit Lukamellen Milch.

00:25:08: Da haben wir über Trauer im Zeit gesprochen weil ja auch dieser ganze Heilungsprozess einfach so zeitintensiv ist und Wir sprachen darüber das Für bestimmte Communities dann auch einfach diese Zeitrechnung ganz anders läuft und andere Stadien mit aneinander reiht als Menschen, die davon gar nicht betroffen sind.

00:25:29: Also wir haben halt von queerness gesprochen so diese Phasen von vor dem coming out in dieser coming-out kennenlernen Phase, den inneren Coming Out.

00:25:37: wer bin ich wie finde ich mich, wie identifiziere ich mich?

00:25:41: Wie sieht das innerste umfeldlich Diese ganzen Prozesse natürlich halt auch so Wenn wir auch so in andere Communities gehen, so Transitionsprozesse.

00:25:53: Wie langwierig das ist und so viele Leute gibt es auch die das alles nicht betrifft?

00:25:59: Die alle die Zeit der Welt haben all die Ressourcen haben und alles Mögliche machen können Auslandsreisen.

00:26:06: also So wenn ich halt überlege mit Leuten aus meinem Schuljahrgang was sie alles gemacht haben was mir einfach verwährt geblieben ist durch Mange an finanziellen Ressourcen, durch mentale Kapazitäten die nicht da waren und das ist irgendwie auch finde ich noch viel bedrückender wenn man dann so zurückblickt.

00:26:26: Und auch was du da beschrieben hattest mit so... Was wäre für ein Mensch?

00:26:31: Wäre das alles nicht passiert?

00:26:32: Und was hätte ich für Möglichkeiten gehabt?

00:26:36: Da finde ich es ist auch ein krasser Ballonsakt eben nicht verbittert zu werden sondern halt zu sagen Ja, okay.

00:26:44: Ich bin nicht der Mensch geworden oder ich habe halt nun diese Erfahrung gemacht und trotzdem bin ich so ein wundervoller Mensch und trotzdem hab' ich so viele Dinge erreicht und trotzdem habe ich so viel liebevolle Menschen um mich herum.

00:26:57: Und das auch anzuerkennen finde ich in Phasen von Trauer Auch anstrengend aber auch sehr sehr wichtig.

00:27:04: Total ja total.

00:27:06: und also ich hätte noch zwei Gedanken als du gesprochen hast.

00:27:11: Das eine ist die Diese Einsamkeit, also ich will auf keinen Fall sagen das... Also oder andersherum.

00:27:19: Das Schreiben von es zu schaffen diese Erfahrung aufzuschreiben, das ist was Total, das kann was Total Kraftvolles sein!

00:27:27: Es kann auch was Total Therapeutisches sein, es kann was total Katartisches sein war's für mich auch und auch dass nach draußen zu geben hat etwas Empowerendes zu sagen Look Also, das ist mir passiert.

00:27:44: Und sich hinzustellen und zu sagen hier bin ich mit all meinen Narben.

00:27:49: Und dadurch dann auch andere Menschen zu finden... ...und also jetzt zum Beispiel in den Lesungen gibt es ganz oft kommen so Signiere danach und da sind meistens leider immer nur so dreißig Sekunden oder eine Minute oder so die Zeit habe für die Person.

00:28:03: aber es ist Wahnsinn weil ganz oft setzen Leute sich neben mir und erzählen mir ganz kurz irgendwie so total krasse Traumageschichten oder Dinge die sie wie sie sich gesehen gefühlt haben und so.

00:28:13: natürlich ist es wichtig.

00:28:15: Auch ich habe ja ganz viel profitiert in meiner, ich nenne das jetzt auch Heilungsreise von Schriften und vor allen Dingen von anderen, meinem Fall schwarze Frauen zum Beispiel Maya Angelou die auch über ihre sexualisierte Gewalt geschrieben haben.

00:28:34: Roxanne Gay also ihr Memor wenn Sie das nicht... Ich weiß nicht, ob es mein Bruch gelbe ohne ihr Memoir.

00:28:43: Und das ist total empowernd!

00:28:45: Ich glaube halt nur dass man aufpassen muss und nicht glauben muss, was dann so euphorisch auch ist und was schön ist... Dass das nicht dazu führt, dass man dann geheilt ist danach.

00:29:00: Da muss man ein bisschen aufpassen Genau, und das andere was du meintest ist ich musste auch an Toni Morrison denken als du gesagt hast mit der Energie die man aufbringen muss.

00:29:13: Die Andere nicht aufbringen müssen.

00:29:17: Toni Morrison sagt ja in einer Stelle Racism is a distraction.

00:29:21: it keeps you from whatever doing your work ,from doing life.

00:29:26: Ja so Ich kann es jetzt nicht perfekt zitieren aber so die Message ist irgendwie klar.

00:29:30: Und das ist es irgendwie.

00:29:32: also Anstatt dass man sich selbst findet und Dinge macht, auf die man Bock hat.

00:29:39: Und irgendwie frei in die Welt geht und neugierig ist.

00:29:44: Ist man busy damit, sich um diese Narben zu kümmern?

00:29:48: Ist man beschäftigt damit klarzukommen im kapitalistischen System noch, wo das alles auch noch Geld kostet?

00:30:01: Darum kann man auch trauern!

00:30:03: Das ist eigentlich nicht okay.

00:30:08: Und trotzdem findet man natürlich dann seinen Weg und sein Wert und sein... Ich scheue mich so ein bisschen davor zu sagen, es gibt ja auch diesen Spruch oder es gibt diese Annahme.

00:30:20: Es haben mir schon Leute in Lesung gesagt du wärst heute nicht die wenn du nicht all das erlebt hast und so.

00:30:25: Und ich bin auch immer ein bisschen petty, wenn ich das höre dass ich denke so danke was soll das heißen?

00:30:33: Es stimmt aber, also ich wäre nicht die mit all den...die ich jetzt bin.

00:30:39: Aber du weißt ja gar nicht wen du meinst!

00:30:41: Also du meinest jetzt die, die dir hier lachen gegenüber sitzt?

00:30:44: Aber das bin ich natürlich auch.

00:30:46: Also natürlich ist es auch so dass es sein kann, dass Menschen, die viel Lebenserfahrung sage ich mal haben und in Lebenserfahrungen eben auch furchtbare Sachen erlebt haben dadurch auch eine Empathie entwickeln und ein Verständnis über das Leben und über welche Abgründe sich auftun können.

00:31:07: Und weißt du, als jemand der irgendwie so ein super Rich Kid was nie irgendwelche strukturellen Diskriminierungen erlebt hat?

00:31:17: Und einfach so ignorant durch die Welt surfen, dem fehlt auch etwas!

00:31:21: Da ist eine Lehre da.

00:31:24: Ohne jetzt sagen zu wollen okay wir müssen alle Traumata erleben damit wir irgendwie... Das meine ich überhaupt nicht aber ich mein trotzdem dass es schon auch eine Weisheit mitbringen kann.

00:31:35: Ich hoffe, ich habe das jetzt so ausgedrückt dass es verständlich ist.

00:31:43: Voll!

00:31:46: Und du hast auch so viele wichtige Menschen genannt die auch natürlich so aus ihren eigenen Perspektiven dazu geschrieben haben eben halt auch ne rassistische Gewalt sexualisierte Gewalt sexistische gewalt und das zeigt ja Zum einen, dass es für viele so ein wichtiger Prozess sein kann die Dinge aufzuschreiben.

00:32:15: Ein wichtiger Prozesse auch sein kann mit anderen in den Austausch zu kommen.

00:32:22: Das was du beschrieben hast bei deinen Lesungen das habe ich sehr häufig bei meiner NGO Arbeit wenn ich irgendwo unterwegs bin.

00:32:31: also dass ich ja da beschäftige mich auch sehr viel mit Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung.

00:32:36: Und genauso wie du das beschrieben hattest, hatte ich dann immer wieder so Leute kommen an einen Infostand oder sowas erzählen in dreißig Sekunden die krasseste Story, die ihnen passiert ist oder schreiben halt so Instagram Nachrichten E-Mails und sowas.

00:32:49: Und dann ist man so manchmal überfordert mich das auch weil ich das gar nicht damit rechne, dass dann halt so Geschichten erzählt werden.

00:33:01: Gleichzeitig so, ja okay aber denen war das gerade halt so wichtig und wie ich jetzt damit umgehe ist halt so klar.

00:33:06: also Ich möchte dass jetzt auch nicht immer so.

00:33:10: Dass das alle Gespräche so sind.

00:33:12: Also wünsche ich mir zumindest weil es auch einfach extrem intensiv und kräftezehrend ist diese ganzen Geschichten mitzubekommen und zu verarbeiten und selber halt so zuschauen ok Boah wie Fakt ab ist diese Welt eigentlich immer noch, dass es halt so viele gibt und solche Sachen passieren.

00:33:29: Und gleichzeitig eben auch wieder zeigt okay Leute haben aber diese Einsamkeit und wollen sich irgendwie mitteilen und kommen zu Lesungen nicht nur um zuzuhören sondern so ok ich bin hier!

00:33:38: Ich bin auch in diesem Raum, ich bin auch noch am Leben was ja auch irgendwie etwas Schönes ist das die Leute dann auch da einen Weg gefunden haben zumindest im Augenblick wenn man den begegnet Und auch in dieser ganzen Ablenkung, gerade was auch diese Sprüche angeht.

00:34:00: Dass viele Leute denen das nicht widerfahren ist... Was manchen wiederfahren ist dass sie eben auch nicht dieses Verständnis haben oder diese Tragweite verstehen können.

00:34:13: Du hattest so einen Satz gesagt der dir gesagt wurde den ich so bisher nicht kannte.

00:34:16: was mir sehr häufig gesagt wurde war so ein Satz Und dann kenne ich natürlich, also mittlerweile gibt es auch auf Instagram dann so, auf so Memeseiten.

00:34:27: Also what doesn't kill you gives your trauma und das finde ich dann halt schon ein bisschen realistischer.

00:34:35: Ja bestimmte Erfahrungen machen einen empathische Verständnis voller Gefühl voller.

00:34:42: Also gerade halt auch durch die Therapie habe ich sehr viel darüber lernen dürfen ... genauer zu beschreiben, was in mir vorgeht.

00:34:51: Fühle besser äußern zu können... ...zu verstehen wenn... das hattest du anfangs noch gesagt Wenn Wut und Scham über Trauer liegen und dass ich eigentlich traurig war aber mit der Trauer nicht umgehen konnte in diesem Zeitpunkt In diesem Zeitraum Und einfach nur so immense Wut hatte.

00:35:12: Ich finde, das macht auch so einen Unterschied.

00:35:14: Ist man wütend auf irgendwas da draußen oder sich selbst?

00:35:18: Bei mir war es sehr lange eine Wut... Warum habe ich das zugelassen?

00:35:22: Warum habe nicht besser auf mich aufgepasst?

00:35:24: So warum dies das jenes und dann halt... ...ich weiß gar nicht was es da für so ne Lösung gäbe oder was halt so hilfreich wäre für Menschen die zuhören wenn man sagt okay Was ist jetzt der Weg von der Wut und der Scham, nachdem man sie reinlässt.

00:35:45: Nachdem man ihr diesen Raum gibt was glaube ich so dieser erste Schritt ist wie es dann weitergeht um eben nicht in diese Verbitterung zu fallen?

00:35:56: Ja wenn du mich fragst I don't know.

00:35:59: also ich habe jetzt auch keinen perfekten Weg Ich versuch's ja auch noch rauszufinden.

00:36:07: Ich

00:36:08: fand spannend, also ich komme da gleich drauf.

00:36:10: Ich wollte gerne noch ein Wort zu dem Thema Raum sagen weil du gesagt hast Raum.

00:36:14: Also es ist für Menschen dann ein Raum und ich finde das ist aber das was Literatur sein kann oder auch Musik natürlich ja?

00:36:22: Aber in meinem Fall jetzt auch Memoirs wie von, wie meins was ich geschrieben habe, aber jetzt auch von Roxane Gay oder was die für mich waren.

00:36:33: Das waren Räume, Resonanzräume.

00:36:35: Räime in die man irgendwie eintreten kann durchlesen oder auch durch hören und wo man sich finden kann.

00:36:45: Sich identifizieren kann oder was Neues lernen kann, wo man Gefühle fühlen kann.

00:36:51: Wo man irgendwie mitfühlen kann oder auch irritiert sein kann oder wütend sein kann.

00:36:57: Man weinen kann.

00:37:00: Ja, also das liebe ich halt an Literatur so.

00:37:03: Deswegen schreibe ich so gerne und lese vor allen Dingen so gerne.

00:37:07: Und wie man nicht verbittert... Ich weiß es nicht!

00:37:09: Ich habe mal vor ein paar Jahren, vor sechs Jahren hab' ich einen Pakt mit drei anderen schwarzen Frauen.

00:37:14: Haben wir den Pakt gemacht dass wir nicht verbittern?

00:37:20: Das würde ich schon gerne einlösen diesen Pakt.

00:37:24: Ich merke aber schon auch, dass in so einer Welt die einfach wirklich nicht einfach ist Nicht leicht ist, auch das finde ich eine Praxis.

00:37:35: Eine Praxis irgendwie bewusst zu sagen Ich will es nicht!

00:37:39: Ich möchte Zuversicht.

00:37:41: Ich glaube es ist eine Praxis, eine aktive Praxis ebenso wie Heilung etwas ist wo man irgendwie glaube ich Zeit seines Lebens dran arbeiten muss und auch in der Stille und im Kleinen Und das ist auch Messie und dass es auch anstrengend So ist es, glaube ich auch mit einer Praxis nicht zu verbittern.

00:38:06: Also sozusagen... Ich schaue in das Licht.

00:38:12: Ich versuche vorzuversichtlich zu sein und suche mir immer wieder gezielt Momente, Menschen, Dinge die das reinlassen.

00:38:23: Also ganz klar!

00:38:24: Ich habe so eine Totalabneigung gegen Spiele spielen.

00:38:28: I don't know what it is.

00:38:30: Ich hab irgendwie, also ich hab jetzt Trauma habe ich da nicht aber... Also ich weiß nicht, irgendwie... Und ähm... Ich hab da irgendwie nie lange drüber nachgedacht.

00:38:43: und mein Mann liebt Spielen!

00:38:45: Der liebt Spiel über alles, meine Kids lieben das und ich glaub die lieben es nicht.

00:38:48: an mir dass ich das nicht mag so.

00:38:51: Und dann hab' ich von Esther Perel ein Podcast gehört.

00:38:57: Da sagt sie, jemand der sehr stark traumatisiert ist.

00:39:02: Also das Spielen steht so konträr zu den Erfahrungen die jemand gemacht hat, der stark traumatisiert ist weil um spielen zu können brauchst du Leichtigkeit, brauchst Du Freiheit, musst Du Kontrolle abgeben und ja ein bisschen Risiko auch.

00:39:24: Und ich dachte so, ah I get it.

00:39:25: Also ich will das jetzt nicht... Ich werde dich auch nicht alles pathologisieren ja?

00:39:29: Also vielleicht finde ich einfach nur memory scheiße kann auch sein aber ich fand es trotzdem spannend irgendwie drüber nachz- also wie viele.. Wie viele ähm.. Ähm.. Nicht areas und man will nicht immer so viel englische Worte benutzen.

00:39:44: Also wieviele Bereiche des Lebens Ja, dann irgendwie dann doch auch damit zu tun haben.

00:39:53: Und was ich eigentlich sagen wollte als positive Sache ist glaube ich dass man sich dann vielleicht versucht trotzdem sich dem auch bewusst immer wieder auszusetzen weißt du?

00:40:01: Also spiele ich halt mal Uno keine Ahnung.

00:40:04: also vielleicht kommt man dann doch an der Leichtigkeit.

00:40:07: das ist jetzt irgendeine ganz Kleinigkeit.

00:40:09: Ich würde überhaupt nicht sagen dass das jetzt alles fixt überhaupt gar nicht!

00:40:12: Ich meine

00:40:12: nur...ich

00:40:13: glaube es geht um so eine Alltagspraxis im Kleinen, so ganz unaufgeregt.

00:40:18: Das ist nicht Instagrammable!

00:40:19: Es ist einfach... Aber es ist was man immer wieder machen muss um das Nervensystem den Körper dran zu erinnern und Praxis zu geben.

00:40:33: Da sprichst du voll etwas an?

00:40:34: Und ich glaube das gehört auch so zu diesen Räumen.

00:40:38: Also du hast ja ganz am Anfang von Literatur und Musik gesprochen.

00:40:42: Es gibt sicherlich noch andere Räume neben diesen sehr kunstkonzentrierten, also natürlich sicherlich vielleicht auch Kunst als solches.

00:40:52: Also Malen zeichnen.

00:40:54: Definitiv.

00:40:55: Etwas mit den Händen.

00:40:57: Natürlich auch irgendwie Film-Fernsehen...

00:41:01: Tanzen ist voll therapeutisch.

00:41:03: Entschuldigung was ich unterbreche.

00:41:05: Aber das ist voll der wichtige Punkt.

00:41:07: Es können ja eben da auch immens unterschiedliche Wege sein und Mittel mit denen Leute sich ausprobieren können.

00:41:15: Und vielleicht da auch eben nach so eigenen Bedenken, also gerade was du beschrieben hast mit dem Thema Spielen dass man denkt ja was soll ich jetzt irgendwie tanzen?

00:41:26: Was soll ich hier nicht malen oder töpfern oder puzzlen whatever Das ist dann halt eben auch eine Möglichkeit sein kann rauszufinden okay was geht da grade in mir vor?

00:41:41: Da hatte ich einen anderen Artikel zuletzt, ich weiß gar nicht mehr wo der war auch so zum Thema spielen und warum das halt gerade ein Hype geworden ist.

00:41:50: Das es ja zum Einen auch geht man hat diese Kontrolle nicht in einem bestimmten Raum beziehungsweise man muss sich einigen auf bestimmte Regeln die alle irgendwie verstehen Und vielleicht bei Memories ist es noch einfacher.

00:42:02: aber dann gibt's dann gerne auch Spiele die mehrere Stunden gehen kompliziert sein können.

00:42:06: da muss man irgendwie zählen und sonst was kennen Und man muss den Kopf dafür haben.

00:42:13: Also ich habe sehr lange Zeit auch Spiele gar nicht gemocht, weil das ging nicht in meinen Kopf rein.

00:42:18: so wieso darfst du jetzt diese Karte ziehen?

00:42:21: warum darf ich das nicht?

00:42:22: was geht hier vor?

00:42:23: und Das hat mich so sehr frustriert eine lange zeit und dann hab ich halt auch irgendwann einfach Leute gebraucht mit denen ich gespielt habe die sich Zeit genommen haben Dann bei bestimmten Sachen die sie gerne gespielt haben und mir dass wirklich so Kleinen auf erklärt haben so das geht jetzt.

00:42:39: Und jetzt machst du das und dann natürlich halt irgendwie, wenn man dann irgendwie nicht so kompetitiv spielt sondern alle irgendwie unterstützen sich und dass die deine sagen ja okay du hättest aber auch das machen können oder warum machst du nicht das?

00:42:51: Das ist ja auch so.

00:42:51: ein finde ich zum einen so ein Bindungsthema.

00:42:54: es heißt man bindet sich oder man bonde mit anderen Menschen um sich herum man wird irgendwie kreativ auch je nachdem.

00:43:03: Ja, es gibt ja auch so so krimi dinner oder was weiß ich.

00:43:06: Sollte sagen das mag

00:43:06: ich.

00:43:07: Das mag ich von denen auf

00:43:09: und dass man halt so unterschiedliche Sachen oder es gab ja auch solche wie ist das so?

00:43:14: Wo man so Detektivfälle lösen muss und dann muss man die Webseiten durchgehen und irgendwelche sachen finden auf irgendwie so Fake Facebook Plattformen Und das ist natürlich halt auch so einen vielleicht auch so raus bringt.

00:43:27: und ich glaube diese Leichtigkeit Kann man ja auch lernen.

00:43:31: Das ist ja glaube ich auch so.

00:43:32: was Wundervolles, auch am Mensch sein.

00:43:35: Man kann ja immer lernen.

00:43:37: Paar Sachen werden natürlich schwieriger und ab dem bestimmten Alter wird man vielleicht nicht irgendwie mehr professionell Ballett-Tänzer in oder irgendwie sowas oder kann zum Mond fliegen.

00:43:48: aber es gibt so viele andere Möglichkeiten.

00:43:49: und gerade halt das was du beschreibst diese Alltäglichkeit und gerade weg von Instagram und ich glaube zumindest aus meiner Erfahrung dass Instagram, gerade was das Thema Resonanzräume finden.

00:44:02: Ein hilfreicher Faktor sein kann?

00:44:06: Aber gleichzeitig auch eben durch Algorithmen, durch diese kapitalistische Grundnatur die soziale Medien haben nämlich die wollen uns irgendwas die ganze Zeit verkaufen und es läuft immer wieder Werbung dass es da halt auch wieder zur Gefahr laufen kann uns wieder diese schnelle, schmerzfreie Heilung versprochen wird.

00:44:28: Diese kurzweilige so... Ja ich muss nur zwei drei Coachings machen und irgendwelche weiß ich nicht krassen Sachen glauben oder ich muss einfach nur ganz fest dran manifestieren und dann wird das alles schon von alleine gehen.

00:44:40: und Ich verstehe das!

00:44:42: Ich versteh diesen Wunsch gerade halt wenn man keine Energie hat zu sagen so boah ich will einfach endlich dass es aufhört.

00:44:48: Ich will einfach schlafen können Spaß haben, das gleich erleben können wie viele meiner friends.

00:44:57: Und dann sich zu sagen so okay ich verbittere nicht.

00:45:00: und ja wenn man wenn man fremd hat mit denen man das so ein versprechen machen kann so häi ich verbitteren nicht Dann ist das Ultimativ viel wert finde ich also gerade halt auch in diesem heilungsprozess zusammen zu sein.

00:45:15: Das finde ich so wertvoll.

00:45:17: Ja total ja und irgendwie.

00:45:21: Also für mich ist irgendwie auch so eine totale Erkenntnis.

00:45:27: Das ist einfach auch so basic, aber immer wieder versuchen den Kontakt zum eigenen Körper herzustellen und tanzen ist wirklich krass!

00:45:35: Also ich meine klar also ich habe auch auf irgendwie Partys schon viel getanzt und so... Aber das ich mache jetzt seit einer Zeit dass sich einmal am Tag irgendein Song anmache den ich feier und dann alleine tanze Und wo kein Gaze dabei ist, weißt du?

00:45:50: Also niemand dem ich gefallen will oder wo ich denke, das sieht jetzt awkward aus.

00:45:56: Dann tanze ich auch nicht in dem Sinne, sondern bewege mich einfach wie mein Körper gerade will und es ist so krass!

00:46:03: Ich habe das auch nicht geglaubt weil ich dachte es wäre eh so bla.

00:46:07: Keine Ahnung war da vielleicht ein bisschen überheblich vorher aber ich hab manchmal Tage dann muss ich sie so weinen Irgendwas kommt da raus, irgendwas wird passiert in meinem Körper was dann so rauskommt.

00:46:22: Also im guten Sinne weinen nicht in einem schlechten sondern irgendwie wie es ist befreiend oder ich mache Bewegungen wo ich denke Boah die habe das letzte mal gemacht!

00:46:29: Da war ich ein Kind und der Körper.

00:46:34: also als ich das Buch geschrieben hab, habe ich halt gemerkt auch nochmal noch mal so sehr wie.

00:46:39: Also mein Körper hat ganz stark auf den Schreibprozess reagiert.

00:46:43: Und also ich hatte sechs Wurzelbehandlungen, in dem ein Jahr, ich hatte irgendwie vier Wochen konnte ich den Mund nicht aufmachen.

00:46:51: Mein Körper an meinen Rücken war ganze Zeit verkrampft und so... Der Körper speichert Trauma!

00:46:56: Und der Körper weiß auch nicht unbedingt, war dieses Trauma jetzt vor zwei Wochen oder war das vor zwanzig Jahren?

00:47:04: Wenn dem so ist dann macht es finde ich jetzt total Sinn Tanzen und diesem Körper, irgendwie diesen Trauma.

00:47:12: Auch dass man das irgendwie nicht, dass man es rausschüttelt.

00:47:14: aber dass man irgendwie

00:47:16: keine

00:47:17: Ahnung aktiv eine Praxis findet die mit dem Körper arbeitet und nicht nur in der Therapie wo man halt redet ist super wichtig.

00:47:25: Aber dass man irgendeine Körperpraxis auch findet Und die glaube ich auch gegen des Verbittern also das auch das hilft glaub ich total.

00:47:34: Ich hätte jetzt auch total Bock.

00:47:35: ich möchte gerne so eine somatische Somatiktherapie machen.

00:47:41: Aber ich hätte da auch gerne jemanden, der irgendwie ein bisschen sensibilisiert ist, diskriminierungskritisch und so, das ist natürlich immer so eine Sache.

00:47:50: Und ich will jetzt auch nicht... Ich habe jetzt irgendwie eine gesehen, dann war das irgendwie so ein weißer Dude und dann weiß ich nicht ob ich mit meinem Körper... Also es ist dann auch schwierig, also jemandem zu finden den man auch nah an seinem Körper haben kann in solchen Prozessen.

00:48:05: aber wenn das gelingt ist alles, was mit Körper zu tun hat auch eine total schöne Praxis um irgendwie zu heilen und nicht zu verbittern Freude zu finden.

00:48:22: Gerade so dieses Thema Kontakt zum eigenen Körper.

00:48:24: mir hat sehr lange Zeit der Kraftsport dabei geholfen vor allem wirklich diesen Fokus zu haben, konzentrieren mich jetzt auf Übungen.

00:48:35: ich merke wie es sich anfühlt in meinem Körper Tanzen war für mich so sehr lange Zeit zu abwegig, weil es war... Ja,

00:48:42: verstehe.

00:48:43: Weiß ich nicht!

00:48:44: Ich kann's jetzt gar nicht so beschreiben als ich tanze gerne aber das ist ja mal auf einer Party.

00:48:50: Aber die Dinge, die du da beschreibst, so eine Wirksamkeit zu haben.

00:48:55: So hey okay, ich kann meinen Körper kontrollieren und ich kann ihn bewegen wie ich das möchte.

00:49:02: Das kann natürlich halt ultra heilsam sein, so zu merken.

00:49:06: Ich habe die Kontrolle über meinen Körper und ich kann entscheiden was gerade passiert

00:49:11: oder auch loslassen.

00:49:12: Also weißt du?

00:49:13: Du kannst einfach mal ohne irgendein Gaze, ohne dass irgendjemand guckt, irgendeine Beurteilung des Körpers... Einfach so.

00:49:21: das ist schon powerful!

00:49:22: Ja

00:49:23: absolut

00:49:24: aber jeder findet es.

00:49:26: also das eigene muss man finden auf jeden Fall

00:49:29: Absolut.

00:49:31: Was mir jetzt in den letzten Jahren noch geholfen hat, war Yoga tatsächlich zu praktizieren was natürlich halt je nach Studie, je nach Yoga-Lehrerin kann es auch mega kulturell anereignend sein, problematisch sein, was sie davon sich geben wie die Studios aufgebaut sind und dass ja Yoga nicht alleine nur diese körperliche Praxis ist sondern da auch sehr viel Mentales dazugehört das es mir da auch geholpen hat Still zu sitzen.

00:50:02: In einem Raum voller Menschen auch mal still zu sein und zu wissen, es passiert nichts.

00:50:07: Es ist alles okay und ich darf auch entspannen, ich darf fallen, meine Gedanken schweifen lassen und das ist alles ok in der Praxis zu sein, wo einem gesagt wird es gibt kein richtig oder falsch.

00:50:25: Es gibt immer mehrere Optionen und die sind alle in Ordnung und da auch wieder diese Räume zu haben, wo man dann auch merkt hey okay ich traue mir das alleine zu oder ich schaffe irgendwas für mich und ich bewege mich und bin mental im Zustand wo ich merke da passiert etwas.

00:50:47: Ich glaube, gerade in diesem Heilungsprozess finde ich auch immer wieder diese Erkenntnis zu haben von so einer Vogelperspektive auf sich selbst zu schauen.

00:50:59: Weil ich glaube dieses tagtägliche kann auch mega frustrierend sein.

00:51:04: So denkst du ja okay jetzt ging es mir aber schon wieder drei Tage nicht gut.

00:51:07: was sollen das?

00:51:08: Das soll jetzt mal besser werden!

00:51:10: Was mich auch sehr häufig geholfen hat... Und das ich auch neben Journaling, dass sich halt auch irgendwie so sehe.

00:51:16: So hey!

00:51:17: Dass ich mir die schönen Dinge aufschreibe und irgendwie ein leckeres Getränk oder wie schön das Sonnenlicht in meinem Zimmer geschieden hat.

00:51:27: Aber dass man dann halt auch merkt so im großen Bild Wie geht es mir jetzt im Vergleich zu von einem halben Jahr?

00:51:33: Wie ging's mir heute im Vergleich zum fünf sechs Jahren?

00:51:40: Die Veränderung, die man durchmacht und ich glaube Veränderungen kann für manche Menschen halt was Angst entflüssendes sein, weil es halt auch vielleicht mit Kontrollverlust einhergehen kann.

00:51:52: Aber wenn man dann halt merkt und sich dem öffnen kann, kann Veränderung auch eben wie so'n Heilungsprozess etwas Ultrawertvolles sein, was Kräfte geben muss.

00:52:04: Und gerade wenn man über Traumata nachdenkt und die eigene Traumater verarbeitet finde ich hat das was... Du hast Katasisches gesagt, finde ich auch.

00:52:16: Dass es so was einen inneren Ursprung geben kann aus dem man immer wieder Kraft nehmen kann, find' ich

00:52:24: absolut.

00:52:25: Absolut!

00:52:27: Ja, das fühle ich sehr.

00:52:29: Ich hab grad bei Yoga noch mehr hier notiert für alle die Berlin sind oder auch darüber hinaus.

00:52:38: Gibt es Isabel Dekumbi?

00:52:41: Und es ist eine schwarze Frau, die sich spezialisiert hat zusammen mit ihrer Partnerin.

00:52:49: Dass sie Yoga-Spaces anbieten für alle Körper und Gender.

00:52:58: Gerade für Menschen, deren Körper einfach in dieser Gesellschaft immer wieder... Abwertung erfahren und Zuschreibungen erfahren.

00:53:07: Und die macht auch so Retreats, also die macht einerseits zu Klassen wo man jede Woche hingeht aber sie macht auch Retreat.

00:53:13: deswegen meint ich das ist auch darüber hinaus und das ist echt glaube ich richtig schönes Spaces.

00:53:20: und ihr erzählt immer von diesen Ruhe Spaces.

00:53:24: also was du gesagt hast irgendwie dass dem eine besondere Praxis da drauf oder Fokus darauf Orte zu finden wo man einfach in Ruhe sein kann, mit sich selbst und sich dabei trotzdem sicher fühlen kann.

00:53:42: Ja genau also ich hatte ja vorhin auch über racial grief gesprochen und darüber dass es irgendwie auch was ich sehr hilfreich finde auch schon einen Wissensschatz gibt wenn man so schaut von Menschen die auch vor uns schon getraut haben um die Narben, die Marginalisierung Gewalt, die damit einhergeht hervorrufen und wo Trauer eben auch als eine Form des Wissens betrachtet wird.

00:54:14: Und das fand ich irgendwie auch nochmal einen klugen hilfreichen für mich hilfreichen Gedanken und dass dieser Grief diese Trauer genauso wie die anderen Prozesse auch ein kontinuierlicher Zustand ist weil du lebst ja weiterhin in einer Welt, die weiterhin rassistisch-sexistisch-, ebelistisch, transfeindlich wie auch immer ist.

00:54:37: Und das heißt du wirst auch weiterhin Verletzungen erleben in dieser Gesellschaft.

00:54:41: Das ist einfach unausweichlich.

00:54:43: und in der Therapie ist es ja oft so, dass bei Traumatherapy jetzt losgelöst von strukturellen Traumten, dass Leute sagen wir können gar nicht mit der Therapien anfangen wenn diese Situation, die das Trauma ausgelöst hat vorbei ist, nicht vorbei ist.

00:54:59: Das geht ja gar nicht für Menschen, die strukturelle Gewalt erleben.

00:55:04: Und ich finde es irgendwie so in diesem Trauerprozess auch wichtig zu wissen das ist nichts was jetzt abgeschlossen ist genauso wie die Heilung also alles und das ist irgendwie auch gleichzeitig das Schöne des menschliche finde ich wiederum zu sagen Alles ist gleichzeitig da Der Heilungsprozess wird ein Lebtag dauern.

00:55:30: Die nicht-Verbitterung, der Kampf gegen die Verbitterung wird ein Lebtag dauern... ...die Trauer darf aber auch Raum haben.

00:55:39: Ein Lebtage!

00:55:42: Und all das macht mich dann als oder macht uns als Menschen irgendwie aus und die Balance dessen.

00:55:48: Ich danke dir herzlich Tupokka für den Raum, den du mit mir geteilt hast, für alle deine Erfahrungen Und für deinen Lebensmut.

00:55:59: Ja und danke dir, dass du diesen Raum öffnest und dieses wirklich sehr berührende wichtige Thema diesem tollen Podcast machst und diesen Raum hier gehalten hast für mich heute.

00:56:11: Danke!

00:56:27: freue ich mich über eine Bewertung auf der Plattform deiner Wahl.

00:56:30: Damit hilfst du, dass der Podcast mehr Menschen erreicht!

00:56:33: Falls Du den Podcast finanziell unterstützen möchtest findest Du den Link zu Steady in den Show Notes.

00:56:39: Jeder Beitrag hilft dabei die laufenden Kosten zu decken.

00:56:45: Idee

00:56:46: Redaktion und Produktion Samson Grubbeck Idee & Cover Jana Rodenbusch Sounddesign und Kompositionen Jim Bali.