#32 Frank Joung: Trauer über verpasste Möglichkeiten

Shownotes

Mit Frank, Journalist, Autor und Podcast Host, spreche ich darüber, was in uns vorgeht, wenn wir auf unser Leben zurückblicken und denken: "Was wäre passiert, hätte ich in diesem oder jenem Alter mit etwas begonnen? Wie anders wäre mein Leben verlaufen?" Vor allem, wenn wir hier in Deutschland mit Migrationsgeschichte aufwachsen, kann es gut sein, dass wir uns beim Aufwachsen häufiger zwischen den Stühlen gefühlt haben. Regelmäßig wurden wir in Schubladen gesteckt, wurden immer wieder stereotypischen Beleidigungen konfrontiert und wuchsen damit auf, uns selbst ständig zu hinterfragen. Wer sind wir überhaupt? Und können wir jemals einer Seite vollständig angehören? Über Zugehörigkeit, die Trauer über die ständige Suche danach und nach einer Hoffnung: Wie finde ich zu mir selbst, in meiner Vollständigkeit?

Darüber und über vieles mehr in der neuen Folge von Trauerschatten.

✏️Shownotes:

➡️Frank Joungs Website zum Podcast Halbe Katoffl

➡️Franks Instagram Profil


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🎬Idee, Redaktion und Produktion: Samson Grzybek

📸Idee und Cover: Jana Rodenbusch

📸Sounddesign und Kompositionen: Gin Bali

Transkript anzeigen

00:00:13: Trauerschatten.

00:00:14: Der Podcast über Trauer, Verlust und das Leben danach.

00:00:25: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge Trauerschatten!

00:00:28: Heute mit mir dabei ist Frank Jung.

00:00:31: Frank es ist so schön dass du da bist.

00:00:33: Ja schön dass ich hier sein kann freue mich.

00:00:37: Diesmal in ausgewechselten Rollen weil ich vor einiger Zeit ja bei dir im podcast halbe Kartoffel dabei sein dürfte.

00:00:47: Sehr lange her, ich weiß nicht zwei drei Jahre.

00:00:50: Ich habe irgendwie das Gefühl verloren seit Covid.

00:00:56: Auf jeden Fall eben schon angerissen du bist selbst Podcaster, Journalist und Moderator gibt es ja auch sehr viele Workshops zum Thema Podcasts gerade an Schulen wenn man deine Social Media Arbeit verfolgt Und im Podcast geht es ja auch so sehr viel um Herkunft und was das für eine individuelle Bedeutung hat... ...für die Gästinnen, die du einlädst.

00:01:26: Diese Podcastaufnahme würde ich gerne starten mit der Frage an dich Was hatte ich traurig gemacht Frank?

00:01:35: Ja!

00:01:36: Das ist ja immer eine sehr große Frage am Anfang, die Du so stellst.

00:01:40: Da kommen dann bestimmte Bilder Gedanken, Gefühle hoch.

00:01:48: Also ich würde sagen gerade jetzt bin gerade fünftig geworden habe ich ja vielleicht kein Trauergefühl aber so ein melancholisches trauriges sentimentales Gefühl was auch Zeit angeht weil ich ja jetzt so wahrscheinlich über den Berg bin.

00:02:14: also jetzt Halbzeit wäre quasi optimistisch gedacht.

00:02:21: Und damit verbunden natürlich auch irgendwie so der Gedanke das was man schon erreicht hat, gemacht hat, geschafft hat und was noch voreim liegt.

00:02:34: Ich verspüre eine große Traurigkeit was so das Thema angeht.

00:02:39: was wäre wenn?

00:02:41: Und dass ich so ein bisschen gerade was meine Herkunft angeht also mein Eltern kommen aus Korea habe ich das Gefühl, dass ich viel verpasst habe.

00:02:52: Also was es auch vor allem auch Sprach angeht, dass sich irgendwie in so vielen Jahren nicht geschafft habe sehr gut koreanisch zu sprechen.

00:03:00: also ich spreche ein bisschen und kann lesen schreiben und auch einigermaßen verstehen.

00:03:05: aber irgendwie fühle ich mich damit nicht so ganz wohl und irgendwie ja da hab ich noch irgendwie etwas offen habe ich dieses Gefühl.

00:03:18: Ich meine, davon abgesehen gibt es natürlich tausend andere Dinge die einen traurig machen und wo ich auch schon getraut habe.

00:03:23: Aber das ist das was jetzt so mein ganzes Leben lang mit schwebt in der ganze Zeit.

00:03:33: Vielleicht mal so beginnt... Ich weiß gar nicht wann es zu spät ist nachträglich alles gut zum Geburtstag zu hinschen?

00:03:40: Es ist nie zu späht!

00:03:42: Okay okay dann in diesem Sinne nochmal nachtläglich alles Gute zum Gebortstag.

00:03:47: Ja danke

00:03:50: Da sprichst du was an.

00:03:51: Ich glaube, das ist so ein Thema... Wenn solche Geburts da passieren und ich bin ja ein bisschen jünger als du, dass es mit dem Alter dann vielleicht eher so ein thema wird zu betrachten, was man alles erreicht hat.

00:04:08: also ich glaube jetzt mal in den Raum gestellt dass das einige Menschen haben, so dieses Gefühl von okay jetzt bin ich irgendwie dreißigvierzigfünfzig geworden.

00:04:20: Das habe ich so erreicht.

00:04:23: und wenn ich auch so medial daran denke da gibt es ja auch so Listen die dreißige unter Dreißig die vierzig unter vierzig die irgendwas weltbewegendes gemacht haben und dann wird ja auch gerade bei so runden Geburtstagen wird ja dann auch vielleicht von außen mit so einem Druck aufgebaut.

00:04:41: aber grade wenn du das ansprichst um diesen Bogen zu dem zweiten Part, den du angesprochen hast.

00:04:49: Dieses was wäre wenn und ich glaube das ist mit Menschen die anders aufwachsen als sagen wir die weißen deutschen Biokartoffeln oder sagen wir Menschen die eben nicht so eine Herkunftsreise mitgemacht haben dass es für sie ein anderes Gefühl ist etwas was Sie vielleicht nicht nachvollziehen können aber was Du beschrieben hast Das hat so sehr mit mir resoniert.

00:05:22: Gerade auch, was das Thema Sprache angeht und ich finde es so spannend dass Sprache bei dem Thema Herkunft gerade so ein starker Faktor sein kann.

00:05:32: also grade halt nicht nur welchen Bezug hat man zu einem Land oder zu einer Kultur oder zu eine bestimmten Menschengruppe.

00:05:41: Wie sieht es mit dem Thema Essen aus?

00:05:42: Wie sieht das mit dem thema Kenntnis in der Politik aus Literatur, Kunst wie auch immer.

00:05:47: Sondern dass ist natürlich immer wieder der Drehenangelpunkt um Kontakt damit zu haben ja auch Kontakt zur Sprache zu haben.

00:05:56: und mir geht es da glaube ich so sehr ähnlich, dass sich nicht so gut kann.

00:06:01: und alles was du beschrieben hast konnte ich auch so zustimmen Und Ich weiß nicht wie's sich für dich anfühlt.

00:06:12: Ist es wie so ein Druck oder wie kannst du es beschreiben dieses Nicht das erreicht zu haben wird ganz spezifisch in dem Thema Sprache.

00:06:22: Wie du es dir gerne gewünscht hättest?

00:06:27: Ja, ich glaube dass ist immer bisschen so.

00:06:30: Ich würde vergleichen wie viele mit Sport jedes Jahr im Januar erst Januar wieder anfangen und denken letztes Jahr wieder nicht geklappt.

00:06:40: Immer nimmt man sich was vor und dieses Jahr wird es.

00:06:42: aber jetzt hau ich mir voll den Body rein.

00:06:45: Und jetzt gesund, und jetzt ernähre ich mich gut und alles.

00:06:49: Und dann macht man's doch wieder nicht!

00:06:51: Man weiß nicht genau warum eigentlich?

00:06:52: Man weiß das ist ein Guttod, man weiß dass irgendwie für alles Gute ist, dass man besser aussieht und so.

00:06:57: Aber man macht das eben dann doch nicht weil dann doch irgendwie man zu träge ist oder so... Bei der Sprache denke ich auch so manchmal jetzt gerade wo Korea so in ist ein paar Jahren, wo dann irgendwie so siebzehnjährige weiße deutsche Mädchen irgendwie Perfekt koreanisch sprechen.

00:07:14: Und ich denke hey wie können die das in anderthalb Jahren lernen und nicht irgendwie in vierzig fünfvierzig jahren?

00:07:20: irgendwie nicht?

00:07:24: Und das natürlich auch die falsche Denke das weiß ich ja auch.

00:07:26: also Ich kann es hier auch bisschen.

00:07:29: Also ist ja nicht so dass ich gar nichts kann.

00:07:30: aber trotzdem Denk ich mir irgendwie, du müsstest einmal so ein bisschen durchziehen oder... Ich hätte, also das ist mein oft mein Gedanke.

00:07:38: Nach dem Schulabschluss hätte ich einen Jahr dahin gehen sollen.

00:07:43: So wie es meine Eltern auch mir geraten haben.

00:07:46: Einfach da Uni machen im Grunde machst du viel Party und nebenbei lernt's die Sprache und die Kultur und lebst da auch mal Und dann wäre alles anders gelaufen in den Anfangszeichen.

00:07:59: Aber ja, gut.

00:08:00: Man kann die Zeit nicht zurückholen und ich habe gerade schon gesagt es ist nie zu spät Und eigentlich ist das auch der richtige Gedanke.

00:08:11: Ich weiß auch noch wie ich mit der dritte Klasse zehn oder so in Fußball eingegangen bin und da schon gedacht aber es ist eigentlich zu späht Zudemlich!

00:08:23: Oder mit sechzehn hatte ich es auch.

00:08:24: Da hab' ich dann irgendwie Tekko und Doh gemacht und habe auch gedacht er sei echt zu späd oder Basketball.

00:08:30: Aber es ist so Quatsch, weil ja warum soll man nicht mit fünfzig noch eine Sprache lernen oder Klavier lernen?

00:08:36: Oder irgendwie Bundy Jumping springen gehen wenn man möchte.

00:08:39: Also... Man setzt sich eigene Grenzen und die Gesellschaft setzt einem auch zu Grenzen.

00:08:45: Meistens ist aber man selber.

00:08:48: Man denkt dann immer das andere irgendwie sagen ne du bist zu alt dafür oder das lohnt sich nicht mehr oder was für ein Quatsche.

00:08:55: Und vielleicht machen das auch manchmal, aber im Grunde Ja Es ist ja egal, also wir haben ja schon gelernt auch in der Geschichte generell von Gesellschaft das viele Sachen machen.

00:09:07: Von den Leuten denken Quatsch!

00:09:11: Kannst du nicht?

00:09:11: Machst du nichts?

00:09:12: Darf's denn nicht.

00:09:12: und dann machen es Leute und dann sagen alle hinterher auch cool.

00:09:15: Krass!

00:09:16: Der ist keine Ahnung, acht, siebzig und fährt Skateboard.

00:09:20: Also... Insofern ist die Message immer so ein bisschen warum nicht jetzt?

00:09:28: Also gerade das kann man noch ändern.

00:09:33: Ja, mal gucken!

00:09:39: Ich finde du beschreibst es ganz gut auch mit diesen so... Wir haben jetzt irgendwie zum Zeitpunkt der Aufnahmen wird schon Ende Mai bald Juni.

00:09:49: Das heißt halbzeit für manche Leute die sich Jahresvorsätze gemacht haben.

00:09:55: Es kann natürlich halt bestimmte Motivationen geben warum sich Leute dann in einem bestimmten Zeitpunkt dran setzen, etwas Bestimmtes zu machen.

00:10:05: Sei es irgendwie Sport das ist irgendwie zu einer Zeitpunkt gekommen ist wo die gesagt haben so okay jetzt muss irgendwas passieren.

00:10:12: vielleicht haben sich auch Ewigkeiten aufgeschoben dass mit diesem ja ich würde beschreiben medialen Hype so um Korea herum was in Korea passiert.

00:10:23: K-Drama kpop hatte ich letztens auch irgendwie Ja, wie so eine Competition-Show zum die besten Wahrsager in Korea.

00:10:35: Das hatte ich mir auch angeguckt.

00:10:37: also... Es wird ja auch sehr viel gepusht so zusätzlich geschaut okay?

00:10:44: Wie wird das aufgenommen im westlichen Raum?

00:10:50: und das kann ich absolut nachvollziehen dass es nochmal irgendwie einen zusätzlichen Druck aufbauen kann.

00:10:56: und dann wenn der Leute ohne direkten familiären Bezug dann auf einmal so antanzen und sagen, hey hier ich kenne mich aus.

00:11:04: Ich kann das alles.

00:11:06: Ich hatte vorne auch so gefragt was es halt in einem Auslöst weil eine lange Zeit hat ich zumindest so ein Druckgefühl.

00:11:14: So ja ich muss das jetzt machen, ich muss dass jetzt machen vielleicht andersrum als wie du gemeint hast so ah jetzt ist eigentlich schon zu spät.

00:11:24: Vielleicht doch so'n bisschen Charme?

00:11:25: Und ich glaube das rührt auch so'nen bisschen damit ein Herr was auch entweder Motivation oder halt auch zurückhaltend wirken kann, wie die Unterstützung der eigenen Familie in dem Punkt sein kann.

00:11:41: Also gerade – ich weiß nicht, wie es bei dir war, bei diesem Thema – meine Eltern wollten immer, dass ich Polnisch spreche, dass sich polnisch lernen und zumindest einen direkten Austausch mit der restlichen Familie zu ermöglichen Und irgendwann nach der Grundschulzeit hat es irgendwie damit aufgehört mit dem Druck.

00:12:03: Also das war halt irgendwie so, ja okay, das reicht jetzt irgendwie so.

00:12:07: Also schreiben habe ich mir auch selber beigebracht und irgendwie kam dann nur so komische Kommentare.

00:12:14: also wenn's halt nicht gut war und vor allem dass es dann ein komisches Gefühl war, wenn man mit Leuten außerhalb der Familie polnisch gesprochen hat.

00:12:22: Dass sie einen so direkt... Von wo bist du eigentlich?

00:12:27: Bist du wirklich geboren dort?

00:12:31: und das ist dann halt sehr stark drauf anekam, so wie deutlich mein Akzent rübergekommen ist.

00:12:42: Vielleicht auch deshalb ein anderes Gefühl.

00:12:44: also ich denke würden bestimmte Menschen anders damit umgehen hätte man vielleicht bessere Motivationen dazu.

00:12:51: Ja, es ist auf jeden Fall so.

00:12:52: Ich meine wenn jetzt ein blondes deutsches Mädchen koreanische Wörter richtig ausspricht dann sind natürlich alle koreaner Erinnern Sind dann begeistert.

00:13:02: also zumindest warst du jetzt haben wir sich auch dran gewöhnt.

00:13:06: Aber dann ist es so wow crazy Also hau wie geht das?

00:13:10: wie toll.

00:13:12: und Wenn ich natürlich früher gesprochen habe und dann nicht richtig gesprochen habe dann war da immer so ein Gefühl von hey Du warst mit dir los oder dann macht man irgendwie einen Fehler.

00:13:21: Dann heißt es so, bist du unhöflich?

00:13:23: Oder bist du doof?

00:13:26: und ja in Korea gibt's oft auch noch so ein Perfektionsanspruch.

00:13:34: also dann wirst du verbessert, dann heißt das hey du musst was sprechen, warum kannst du nicht richtig... Also sehr direkt mit deinem Mitgeteil.

00:13:42: Das war nicht genug.

00:13:44: Das reicht noch nicht.

00:13:47: Dazu kommt natürlich auch, also das kann man sich heute vielleicht nicht vorstellen.

00:13:49: Aber früher war natürlich Korea erstens unbekannt in Deutschland und dann auch nicht beliebt.

00:13:55: Also es war jetzt nicht so dass man damit angegeben hat oder dass man gesagt hat irgendwie guck mal hier ich bin stolz darauf.

00:14:03: wenn ich heute irgendwie fünfzehn wäre und so wäre wie ich damals aufgewachsen bin dann wär's natürlich anders.

00:14:09: Heute kennt jeder kimchi und jeder guckt irgendwelche k-dramas und jeder kennt anyeonghaseyo.

00:14:16: Früher war es einfach nur weird und komisch.

00:14:17: Wo ist Korea noch mal genau?

00:14:19: Was ist das genau?

00:14:20: Wieso habt ihr diese komische Fischlein im Kühlschrank, warum riecht das hier so?

00:14:25: Es war alles weird und bisschen komisch... Und wenn dann noch Rassismus dazukommt und ching-chang-chong und reicht in diesem Contrabas, dann ist natürlich als Kind oder als Jugendlicher erstmal der Weg nach... Da draußen, da raus und dann mit mich gar nichts zu tun haben oder.

00:14:47: Ich pass nicht an oder ich bin ja eigentlich hier geboren und so die ganze Nummer.

00:14:51: und naja dann kommt irgendwann aber halt dieses okay ich bin halt auch nicht in Deutschland richtig so angenommen.

00:14:59: dann versuchst du das Team zu wechseln der bestellte im Team Korea.

00:15:03: Dann sagen die aber so hey du kannst noch nicht mehr Sprache.

00:15:06: Dann stehst du da irgendwie alleine rum wie bei so einem Sport oder Wicht und keiner will dich wählen.

00:15:13: Du bist so der Letzte, der da so steht!

00:15:17: Naja...und so hangelst du dich halt irgendwie durch?

00:15:19: Und dann ja ich habe auch diese Phase gehabt mit Teco & Do lernen, weil alle immer gefragt haben Müll, kannst du Karate?

00:15:26: Kannst du irgendwas?

00:15:27: Dann hab' ich gesagt wenn schon dann kann ich Teco&Do, weil das koreanisch ist.

00:15:30: Und dann hab' die Sprache noch mal in der Uni versucht zu lernen und auch gelernt.

00:15:36: Und denn die erste Reise dahin und so.

00:15:38: also man nähert sich langsam an Und jetzt ist es schon so, dass ich das Gefühl habe... Ich weiß wer ich bin und was mich ausmacht.

00:15:52: Gleichzeitig ist in mir der Wunsch!

00:15:56: Ich weiß ja ob du es auch kennst aber dieses wenn du zum Beispiel Polen sprichst oder ich spreche koreanisch Dass man sich dann manchmal selber nicht so richtig erkennt Oder man hat dieses Imposter, dass man denkt man faked nur ein bisschen polnisch ist oder koreanisch ist, dass man irgendwie so wie so ein Schauspieler der so Wörter auswendig gelernt hat und dann so ein bisschen so tut als ob.

00:16:19: Und das ist halt irgendwie ein bisschen komisch sich selber auch zu beachten.

00:16:26: deswegen fällt es mir manchmal leicht damit Leuten die ich nicht kenne Korean zu sprechen als zum Beispiel meine eigene Familie das total weird Oder mit Freunden die dann auch deutsch sprechen und sagen wir können auch Korean sprechen ja aber irgendwie irgendwie ist es komisch.

00:16:42: Ja, wie ist das bei dir?

00:16:43: Also ich hatte ähnliche Stories in meiner Grundschulzeit.

00:16:49: Obwohl Grundschulszeit eher so gegen Ende hat er dann mit dem Wechsel auf den Gymnasium angefangen weil ich in der Grundschule gab es irgendwie nur ein deutsches Kind.

00:17:00: also wir waren halt damals dieses in einem sozialen Brennpunkt aufgewachsen wo es halt nur Kinder aus aller Welt gab Und da ist es, glaube ich noch nicht so aufgefallen mit diesen Sprüchen wie du sie gerade beschrieben hattest.

00:17:15: Das hat erst tatsächlich dann halt fünfte sechste Klasse angefangen, heute gestohlen morgen in Polen solche Sachen.

00:17:25: also dieses Thema ... Also die Stereotype, die es da halt gibt oder rassistische Zuschreibungen zu Menschen aus Polen und auch die Schwierigkeit mit Namen umzugehen Also, wie mein Nachname irgendwie niemals hat hingekriegt.

00:17:43: Selbst irgendwie Lehrkräfte die ich ab der fünften Klasse hatte bis oben hin haben es nie hingegregen.

00:17:50: Mein Name richtig auszusprechen oder sich halt irgendwie mal Gedanken zuzumachen.

00:17:57: Ich weiß nicht ob irgendwie so ein Hype auf Polen das irgendwie besser machen würde?

00:18:00: Ich seh's zumindest auf Instagram immer wieder einen Hype für fürs Thema Wandern dass er auf einmal jetzt so der Hype da ist in Polen wandern zu gehen, weil das noch nicht so ein krasser Hype dagewesen ist.

00:18:15: oder halt das Thema Essen wobei es dann auch heißt.

00:18:18: In Polen ist alles so billig und kann man da immer billig Urlaub machen.

00:18:21: und so sieht's da gerade aus Wenn du das beschreibst, mit wem läuft es einfacher zu sprechen.

00:18:30: Dadurch dass ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe schon seit einigen Jahren, hab' ich dieses Gefühl gar nicht mehr so wirklich?

00:18:36: Also... Es geht irgendwie gleichzeitig anher mit diesem Thema Identität also vielleicht nochmal länger ausholen.

00:18:45: Früher habe ich wirklich das Gefühl gehabt, ich müsste die Sprache lernen um einen besseren Bezug zu haben und mich auch selbst zu finden glaube ich, so wie du das beschrieben hast.

00:18:55: Welche Fußballmannschaft ist man jetzt?

00:18:56: Also wie passt man sich jetzt irgendwie an und wie geht mal mit den Fragen um?

00:19:01: so ja wo kommst denn her und wie kannst du die Sprache und was gibt es da?

00:19:04: und was ist das Tolle daran was dann auf einmal irgendwie gehypt wird?

00:19:09: solange's gehyped wird ist es dann halt cool ansonsten interessiert niemandem.

00:19:15: Und als das Thema halt Identität, also nehm ich mich überhaupt noch wahr als Frau und wie kann ich das überhaupt über die Sprache ausdrücken?

00:19:26: Und dass sich dann so eher entfremdet habe von nicht nur meiner Familie als auch der Sprache.

00:19:33: Dass ich dann wirklich gemerkt hab so Ich kann ultra höflich und Ultraschüchtern auf Polnisch sein aber das bin nicht ich.

00:19:44: Also ich kann Ich weiß es nicht, ob es mir dann einfach das Vokabular fehlt.

00:19:50: Weil ich ab einem bestimmten Niveau aufgehört habe halt mit gleichalterigen Polnisch zu sprechen und dann ist es so okay vielleicht irgendwie siebte achte Klasse und auf dem Niveaus kann ich polnisch gut reden?

00:20:01: Und dann merkt man's auch auch mit diesem Unhöflichsein dass sich das Gefühl hab' ich komme unhöflig rüber weil mehr einfach der Wortschatz fehlt um mich auszudrücken.

00:20:11: Das heißt in polnischen Supermärkten Verständigen, ich kann nach Sachen fragen.

00:20:16: Das kann jenes.

00:20:17: natürlich werde ich da jedes Mal misgendered aber das ist mir dann halt so egal weil es dann halt wieso okay geht jetzt einmal rein raus und nehme mir das persönlich raus was ich gerne haben möchte Was mir auch gut tut Und Ich weiß auch in Polen beschäftigen sich sehr viele oder Es ist viel sichtbarer geworden gerade das Thema Identität Gerade halt wie das Thema Sprache Weil polnisch Ist auch eine sehr Gegenerte Sprache also es werden ja auch tatsächlich werben.

00:20:44: Ja nach geschicht auch noch mal dekliniert was das halt schwieriger macht.

00:20:50: wenn dann sagst beispielsweise die personen geht, dann kann es halt unterschiede machen ob du dann wie du dekline ist dass es dann klar ist es ist ein man oder eine frau und es ist dann manchmal einen umdenken Dass so eine treibe möglich zu formulieren.

00:21:09: es ist möglich aber halt nur, wie es so oft ist in den Köpfen von Menschen.

00:21:13: Und ich habe glaube ich damit schon viel früher abgeschossen dass es halt bestimmte Parts gibt von meiner Herkunft die einfach hinter mir liegen weil ich irgendwie auch alle die Versuche, die ich gemacht habe irgendwie einen Bezug zu finden und den stärksten Bezug hatte ich zur meine Familie und dann halt eben zu meiner Herkung das ich das mittlerweile alles so aufgegeben habe Punkte reduziert habe, die mir so eine positive Nostalgie geben.

00:21:47: Also das Thema Essen, das Thema einen bestimmten polnischen Radiosender, den es doch gibt der eigentlich so sechziger, siebziger-achtiger Musik spielt und vieles davon auch so italienische Musik also so typische Sommerhits und sowas Und ich weiß gar nicht ob es sowas ist dass ich einfach dem gewusst nicht mehr Zeit schenken möchte, weil sich mein Leben einfach vor anders hin bewegt und ich einfach sage so okay that's it.

00:22:19: Oder ob es vielleicht nicht doch einen Teil gibt der irgendwie mit diesem was wäre wenns Szenario vielleicht auch ein bisschen Angst hat von der Trauer die kommen würde?

00:22:30: Mit dieser Trauer diese was wäre Wenns-Szenarien und das Durchspielen davon es nicht wettmachen würde sondern es wäre halt einfach da und es wäre so, ja.

00:22:41: Was wäre wenn?

00:22:42: Aber es ist halt ganz anders passiert und ich glaube das ist so bei mir.

00:22:46: Ich meine dieses was wäre wenn kann sich jeder zu jeder Zeit immer stellen oder jede jeder gleichzeitig ist natürlich beim Menschen mit Migrationsgeschichte relativ eindeutig so.

00:22:58: also was wäre, wenn ich in Korea aufgewachsen wäre hätte ich also zu hundert Prozent weniger Rassismus erlebt auf jeden Fall Und ich sprach ja nicht wahrscheinlich auch gelernt.

00:23:10: Aber dann fallen natürlich andere Sachen runter, die ich hier hatte, die da nicht gewesen wären.

00:23:16: Wäre ich da klargekommen mit Schule und Prügelstrafe?

00:23:19: Eidaudet ehrlich gesagt!

00:23:21: Weil hier hatte ich schon in einer koreanischen Schule, wo dir sehr soft war, schon Probleme.

00:23:28: Ja, ich weiß nicht genau... Das ist auch schwierig zu sagen weil diese Trauer, die dann manchmal ist oder diese Traurigkeit manchmal ja gar nicht unbedingt nur deine eigene ist, sondern von Generationen so übertragen.

00:23:45: Gerade im koreanischen gibt es auch so bestimmte intergenerationale Traumata sozusagen natürlich Koreakrieg durch Besatzung durch Armut und Durchtrennung des Landes.

00:24:00: also was also?

00:24:00: da gibt's auch eine gewisse sagen man grundlegende Traurigkeit oder Trauer im Land sozusagen oder Melancholie oder so.

00:24:13: Und dass du erkennen, dass das manchmal nicht vielleicht deine eigenen Gefühle sind nur die du jetzt aus deinem Leben irgendwie aus deiner Erfahrung irgendwie speist sondern auch irgendwas was sozusagen so übertragen wurde ist nicht ganz einfach.

00:24:28: und dann ist aber schön gerade wenn man so Filme guckt Serien guckt mit Leuten spricht dass man dem hier das Gefühl achso da ist irgendwie etwas geschichtlich kulturell da was ich irgendwie spüre.

00:24:39: Ich habe zum Beispiel immer, dass es so normal rande aber...ich weiß noch als ich so zwölf dreizehn vierzehn war, da war ich sehr melancholisches oder sentimentales oder sensibles Kind und Jugendlicher Und dann hab' ich die Musik entdeckt und ich war voll in so Balladen unsere ganz große Gefühle.

00:25:00: Ich hab nie so verstanden warum meine vor allem deutschen Freunde das nicht so gecheckt haben.

00:25:05: also die waren dann nicht so drin Die haben dann irgendwie so keine Ahnung, die Ärzte gehört oder Toten Hosen.

00:25:10: Oder auch Nirwana was ja auch so ein grundlegendes Gefühl war.

00:25:15: So Grunge das habe ich dann zum Beispiel gar nicht gespürt dieses depressive ganz depressive destruktive das hatte ich da nicht.

00:25:22: aber Ich hätte so eine Sehnsucht nach großen Gefühlen und Dann hab' ich über andere zu den Koreans getroffen, die das auch hatten Und dann habe ich gemerkt achso vielleicht ist es irgendwie etwas oder andere Migraket so.

00:25:38: Vielleicht hat das auch irgendwie was Kulturelles, der Umgang natürlich mit Gefühlen ist in Korea und in Deutschland auch relativ unterschiedlich, würde ich mal sagen.

00:25:52: Ja also es ist eine Gemengelage aus verschiedenen Dingen und bis du das alles sortiert hast für dich... Das bin jetzt ich, das hier deutsche Kultur, das Koreanische Kultur, mein Mix, das ist meine Erfahrung von von Ausländer seine Anführungszeichen, wie es damals hieß.

00:26:10: Um das alles irgendwie so langsam mal hinzulegen wie eine Collage und zu sagen achso guck mal hier jetzt erkenne ich so langsam so Muster und Ideen warum ich so bin wie ich bin.

00:26:22: Das ist natürlich einerseits sehr spannend andererseits manchmal auch ein bisschen schmerzhaft weil man dann doch irgendwie merkt was man alles zur Handeln hat oder das gilt für jeden jetzt.

00:26:37: Aber ich glaube, es ist gut wenn man sich damit zumindest mal auseinandersetzt und so ein paar Sachen erkennt.

00:26:44: Und dann guckt wie man damit umgeht.

00:26:48: Wie bist du mit bestimmten Dingen.

00:26:50: jetzt bei deinem ganz konkreten Beispiel?

00:26:52: Wie bist Du mit bestimmenden Punkten umgegangen?

00:26:54: Weil Du hast ja ne bestimmte Sache versucht, die hat mit Taekwondo und in der Uni mit dem Koreanisch lernen... Wie hat sich das weiterentwickelt?

00:27:05: Also zum Beispiel eine, das erzähle ich ganz häufig in meinem Podcast habe ich das auch schon öfter erzählt.

00:27:09: Es gibt eine Reise als ich dann alleine in Korea war und so eine ja diese ist so eine Korean Forever Back to the Roots Reise gemacht haben sich als Studierender nach Korea gereist bin alleine und da so ne Fahrt gemacht mit anderen Studierenden aus der ganzen Welt.

00:27:26: Zweihundert zwanzig Leute und wir sind durch das Land gefahren Sachen angeguckt wie so eine Art Klassenfahrt und es war auch gesponsert vom Start für uns als zweite Generation.

00:27:39: Um das Land wieder zu entdecken oder überhaupt kennenzulernen, und das war eine sehr schöne Fahrt weil das natürlich auch mal war Korea kennenzulehren abseits der Familie.

00:27:51: also sonst verbindest du ja oft Das Heimatland deiner Eltern mit deinen Eltern oder mit einer Familie und dann bist Du da und siehst Oma Opa Tanten Onkels Und dass ist dein Korea oder das ist ein Land.

00:28:06: Aber dann zu sehen, dass da Jungkultur gebt und es gibt Korean Hip-Hop Und es gibt irgendwie in dem Fall war's natürlich auch toll zu sehen Das andere Leute genau wie ich aber aus anderen Ländern sind die dieselben Struggles haben.

00:28:18: also Ich weiß wo ich dann da saß und gegessen habe und bis ins schwitzen kam weil ich dachte jetzt muss ich mit Stäbchen essen und ich bin nicht so super sicher mit Städtchen.

00:28:26: Also damals nicht dass was peinlich wird wenn ich dann irgendwie fallen lassen und dann höre ich irgendwie sagen so mal ein stebchen shit.

00:28:34: Und dann denkt man zu a ja okay hier ist es cool.

00:28:37: Und das war irgendwie so einen aha moment und irgendwie so eine, also dass es nicht nur sozusagen team deutschland oder team kuria gibt sondern es gibt auch noch team zweite generationen.

00:28:51: Das hat ihr später zum podcast irgendwie halbe kartoffel geführt so auch ein bisschen das das Gefühl hatte Wir denken immer, es gibt nur entweder Oda oder Schwarz oder Weiß.

00:29:00: Oder links oder rechts.

00:29:01: aber es gibt halt auch noch diese Zwischentöne und wir sind so ein Zwischentohn.

00:29:09: Und ja natürlich habe ich versucht... Also das ist glaube ich die klassische Story.

00:29:14: erst.

00:29:15: Versucht man ganz deutsch zu sein da zugehörig sich zu fühlen dann merkt man wird abgelehnt.

00:29:21: Dann geht man auf die andere Seite.

00:29:23: Ich mache jetzt Tech Rondo Ich lerne jetzt die Sprache.

00:29:26: Ich verhalte mich jetzt so, wo ich sage immer zu anderen großer Bruder und große Schwester und mache richtig einen auf Korean.

00:29:33: Dann merkt man nahe das ist auch nicht mein Ding.

00:29:35: Und dann irgendwann haben wir das Gefühl achso hier so zweite Generation und da fühle ich mich dann irgendwie wohler.

00:29:42: also ich bin nicht halb sondern ich bin eigentlich beides voll oder zumindest habe ich beide Seiten.

00:29:55: Das war, glaube ich eine wichtige Reise und dass man irgendwie auch bei sich bleibt.

00:30:02: Und nicht versucht anderen zu gefallen.

00:30:07: Aber am Ende ist es so... Ich glaube bei allem und ob das jetzt irgendwie gender ist oder ob das herkunft ist oder so Man will ja eigentlich, glaube jeder Mensch will einfach nur so gesehen werden für das was da ist.

00:30:20: Man möchte sich nicht verstellen, man möchte sie nicht etwas faken müssen.

00:30:23: Damit man gemocht wird sondern man möchte einfach nur akzeptiert und gemoct werden so für das was man dann auch ist.

00:30:30: Und es gibt eigentlich nichts schöneres als dass ich das Gefühl habe Ich kann einfach so sagen wie ich bin mit meinen Schwächen und Stärken und die Leute mögen mich oder erkennen das an oder akzeptieren oder wertschätzen Das und man versucht gerade in den jungen Jahren so viel immer irgendwo anzudocken und sagen, wenn ich so bin dann mögen die mich.

00:30:51: Und wenn ich das bin ist keiner irritiert und alle sollen nur sagen was für ein toller Mensch ich bin und so.

00:30:59: Das klappt halt meistens nicht.

00:31:02: Dann fängt es natürlich auch erst mal an dass man sich selbst irgendwie akzeptieren muss oder selbst in Ordnung finden muss oder kann dass man irgendwie nicht perfekt ist also diese eigenen Ansprüche an sich selbst auch runterfährt.

00:31:16: und ich dachte ja... Das kann ich gut und das kann ja halt nicht gut.

00:31:21: Und da habe ich gut reagiert, und da hab' ich nicht gut

00:31:23: reagert.".

00:31:26: Ja, es ist eine Reise an sich, dass man erst mal so für sich klar

00:31:30: macht.

00:31:31: Aber vor allem du hast dir diese Reise auch erst im Studium gemacht?

00:31:35: Also das ist ja nochmal gerade wo du beschrieben hattest, wo für dich ja diese Findungsphase begonnen hat – das war ja schon deutlich früher!

00:31:45: Gerade in dieser Phase, wo ich glaube... wegen Pubertät und so vielen anderen Sachen, dass man mehr so sich in diesem jugendlichen Alter ja auch irgendwie finden möchte.

00:31:57: Also klar, man wird dann irgendwie so selbstständiger.

00:31:59: Man ist nicht mehr so darauf angewiesen was die Eltern einem vorgeben.

00:32:06: Ich frage mich da noch tatsächlich würde es... weil ich glaube das was du beschrieben hast, dieses Struggle Die ähnlichen Struggle, die du dann bei ganz vielen anderen gesehen hast als auf dieser Reise warst.

00:32:20: Ob das dann tatsächlich in jüngeren Jahren vielleicht auch helfen würde diese Herausforderung für Jugendliche eben auch mit einer Migrationsgeschichte.

00:32:34: Das irgendwie einfacher zu machen.

00:32:36: zu diesen ganzen Sachen, die sie ja händeln weil... Du hattest ja auch beschrieben nicht nur Diese Identitätssuche, so wer bin ich?

00:32:44: In welchem Team bin ich jetzt dabei bis zu diesem Punkt oder zur Einlösung.

00:32:51: Zu eben leider auch dieses Problem mit dem Alltagsrassismus oder generell mit dem Thema Rassismus Diskriminierung in sonstiger Weise was ja auch prägend sein kann für die eigene Identität also... Ich finde das ja auch immer so schwierig wenn es dann diesen Hype gibt und bestimmte Länder, sei es hier Korea oder andere Länder.

00:33:16: Dass es da auf einmal irgendwie so eine Art Akzeptanz gibt, weil vielleicht kann damit Geld gemacht werden?

00:33:22: Weil Zuschauerinnen gucken sich das an.

00:33:24: Konzerttickets können hier verkauft werden, ganze Stadien können befüllt werden.

00:33:29: Dies ist das jenes, dass ich manchmal bei diesem Interesse Struggle... mit der Frage, ob die Leute auch verstehen.

00:33:39: Die das konsumieren?

00:33:40: Was es da darüber hinaus gibt für eben nicht nur was in diesem einen Land passiert, was jetzt vielleicht nicht um die Ecke ist sondern was mit den Menschen, die tatsächliche Bezüge dazu haben also eine HerkunftsbezüGE, was das für sie auch zusätzlich bedeuten kann.

00:33:57: Also ich weiß nicht, ob Fetischisierung das richtige Wort dafür wäre aber tatsächlich so... Ich frage mich, und das sind jetzt so sehr viele Fragen gerade.

00:34:10: Weil mit dem Alter kommen viele Sachen dann auf einmal auf oder klären sich, sei es eben durch so coole Erfahrungen, durch solche Reisen die gesponsert werden oder dass man Gespräche führt, dass man Communities findet – mit dem Zeitalter von Social Media natürlich vielleicht einfacher.

00:34:27: Ich fragen mich aber auch was man halt mitgeben könnte für die kommenden Generationen?

00:34:33: wie man diesen Schmerz vielleicht erleichtern kann oder diese Trauer, oder ob es vielleicht etwas ist.

00:34:39: Was Menschen mit ähnlichen Geschichten wie unseren vielleicht alle irgendwie durchmachen werden?

00:34:45: Naja ich glaube schon dass wenn ich jetzt vergleiche als ich fünfzehn war oder sechzehn und so das Leben jetzt sehe von meiner Tochter die jetzt auch schon siebzehn isst Dann hat sie schon den Vorteil, dass wir in so einer globalisierten Welt leben und in Zeiten von Internet und Wissensaustausch.

00:35:07: Und Social Media wo ich glaube natürlich haben wir immer noch groß große Probleme auch mit Rassismus und mit allen möglichen Diskriminierungsform.

00:35:17: aber es gibt glaub ich immer mehr Orte digital oder analog wie auch immer wo sich so Nischen treffen Wo sich Leute, die sich selbst als irgendwie anders definieren oder wo Leute sagen du bist anders treffen können.

00:35:33: Und was... ...wo es so Mikrokosmen gibt und früher war das halt abgeschnitten.

00:35:40: Wenn du in irgendeinem Dorf wohnt hast dann hast vielleicht noch versucht irgendwie Anschluss an eine Stadt zu finden damit du in Anführungsrecht deine Leute triffst.

00:35:49: aber heute kannst du ins Internet gehen und du kannst dich theoretisch mit Leuten verbinden die so sind wie

00:35:55: du

00:35:56: die aber keine Ahnung in Kuala Lumpur wohnen oder in Seoul, oder Mexiko City.

00:36:01: Oder sonst wie und kannst mit denen irgendwie connecten.

00:36:05: Das heißt nicht, wie gesagt dass es keinen Übel mehr gibt und kein Schmerz mehr gibt.

00:36:11: Es gibt aber sozusagen jetzt auf der anderen Seite glaube ich noch ein bisschen mehr Möglichkeiten sich irgendwie zu finden.

00:36:17: Gleichzeitig ist natürlich so Dass es vielmehr gibt was auf einen Niederprasselt viel mehr Vergleichsmöglichkeiten.

00:36:30: Man vergleicht sich halt vielleicht nicht mehr mit irgendwo aus dem Fußballverein, sondern mit irgendeinem siebenjährigen aus China oder aus den USA die irgendwie schon crazy Skills haben und man denkt das schaffe ich sowieso nicht.

00:36:45: ja wenn ich das jetzt sehe so und diese Jagd nach superlattiven und dieses kann natürlich auch irgendwie und körper und alles mögliche man denkt oh Gott alle so schön im Internet und die sind alle so erfolgreich im Internet, da komme ich sowieso nie hin.

00:37:01: Deswegen ist natürlich auch das Getöse der Lärm den man hat um einen rum viel viel lauter als früher.

00:37:07: also es gibt zwei Seiten aber ich glaube so dass Thema Zugehörigkeit und das Thema Anderssein ist schon viel mehr im Fokus insofern dass man das Gefühl hat oder dass man zumindest Wege haben kann, wo man sich es nicht so alleine fühlt.

00:37:27: Sondern wenn man denkt, ja, es gibt auch noch andere die so sind wie ich weil das ist glaube ich oft natürlich ein Trugschluss aber auch das was irgendwie sehr schmerzhaft ist, wenn man das geführt hat Ich bin der einzige, der das jetzt irgendwie spürt oder hat und ich glaube so Connection also Verbindung mit anderen Leuten ist einfach wichtig Und ich glaube Social Media im guten und im schlechten, aber auch dieses Gefühl von ich öffne mich jetzt.

00:37:59: Also ich habe das Gefühl die größte Währung bei Social Media ist sich öffnen und zeigen und Verwundbarkeit.

00:38:08: Und natürlich gibt es auch Leute die zeigen ihr ganzes Leben und dementsprechend sind sie noch verwundbar.

00:38:14: Aber es ist irgendwie so ein Erfolgsfaktor geworden Und das ist einerseits auch ganz schön zu sagen okay Wenn ich mich jetzt hier öffne und sage, dass es mir nicht gut geht.

00:38:26: Es gibt natürlich ein paar Leute die sagen heul nicht rum aber es gibt auch viele die sagen er viel du.

00:38:31: Und ja das kann natürlich auch helfen irgendwie so ein bisschen So eine Verbindung zu haben oder einen Sinn für Community oder Zugehörigkeit.

00:38:45: Gut Aber ja weiß jetzt nicht genau ob das jetzt so intergenerational oder also von Generation zu generation gesprochen.

00:38:52: Ob das jetzt irgendwie das ist besser als früher oder nicht kann ich jetzt so gesehen gar nicht sagen.

00:38:58: Ich frage mich jetzt auch gerade, ob es tatsächlich so eine Möglichkeit überhaupt gibt etwas in besser und schlechter einzustufen?

00:39:06: Weil das ja auch immer ein Zeitstempel ist von was jetzt in diesem Augenblick möglich ist für die Person in dem Alter mit den Ressourcen.

00:39:17: Was ja auch wieder ins Spekulative geht.

00:39:19: Hätten wir früher Zugang zum Internet gehabt wäre es vielleicht besser gewesen.

00:39:22: Wäre es das wirklich?

00:39:24: Wir wissen's nicht!

00:39:27: Und gerade Social Media empfinde ich auch aus meiner Erfahrung, dass es in vielen Teilen großer Benefit sein kann für verschiedene Communitys da einen Zugang zu haben.

00:39:39: Vor allem wenn sich dann auch so Intersektionen treffen also nicht nur jetzt in meinem Beispiel Menschen die hier aufwachsen mit einer polnischen Herkunftsgeschichte sondern auch queere Menschen mit einer polnischen Herkunftsgeschichte.

00:39:55: Um da halt auch wirklich so zu verstehen, okay wie ist der Struggle ganz spezifisch für jemanden mit meiner Lebensrealität?

00:40:02: Und auch da, wie du gerade richtigerweise gesagt hast zu sehen, ich bin nicht alleine!

00:40:06: Also gerade ein konkretes Beispiel, der immer noch starke Katholizismus in Polen und was die Kirche zum Thema Queerness sagt... Und wie viele halt damit noch Struggeln, weil es dann auch so sehr viele junge Menschen gibt die nicht queer sind und auch sehr stark geprägt sind vom Katolizismus.

00:40:30: Und halt auch eine sehr starke Meinung da hingegen haben, die geprägte ist von katholischen Glauben und das natürlich so ein Aufwachsen erschwert mit Gleichaltrigen eben solche Rückmeldungen zu erhalten.

00:40:50: Klar, als Teil von solchen Familien und von solchen Strukturen kann ich mir schon vorstellen.

00:40:56: Ich meine du bist die Person von uns beiden, die ein Kind hat dass man da natürlich Erfahrung mit weitergeben kann wie man es halt selber irgendwie gehandelt hat.

00:41:08: aber was ich mich dann auch noch so frage so gibt es irgendwas in deinem Weg Was wäre, wenn und dieser Suche nach dir selber... ...gibt es dann etwas was du dir rückblickend wünscht?

00:41:28: Was du eher gefunden hättest.

00:41:29: Was du eh entdeckt hättetst.. ..was du eher realisiert hättes.

00:41:33: Was ist vielleicht einfacher gemacht hätte?

00:41:40: Also ich weiß gar nicht genau wann der Punkt kam aber natürlich im Alter.

00:41:47: also jetzt fühle ich mich natürlich vielmehr wohl in meiner Haut.

00:41:52: Ich bin mehr Konfident so das was ich bin und repräsentiere und mache und tue.

00:42:01: Und ich erinnere mich aber noch gut an diese Zeiten, wo ich einfach so unsicher war Aber natürlich auch aus der Unsicherheit heraus irgendwelche Dinge gesagt gemacht oder getan habe irgendwie cool sein wollte dass ja der Klassiker in einer Publikität vor allem Dass man das überspielt und jetzt manchmal sehe ich auch so fünfzehntig meistens auch ehrlicherweise Jungs die dann so ein Gruppen zusammen da hängen und irgendwie lachen und Spaß machen und so.

00:42:26: Und ich denke, ich sehe euch allen an dass ihr sozusagen irgendwie so ein Teil von euch verstecken müsst damit hier das so läuft in der Gruppe und zu erkennen, dass das nicht sein muss sondern dass es irgendwie viel schöner und echter ist wenn man halt auch irgendwie voll da sein darf und nicht so einen Teil verstecken muss.

00:42:54: Und dann guck mal, ja lustig!

00:42:56: Man lacht da und schlägt so ein... man sieht irgendwie oder ich meine es zu sehen ist natürlich auch vermessen.

00:43:00: aber ich meine mich dann zu erinnern dass man denkt, ahja man spielt sich gegenseitig da irgendwas vor und ist eigentlich irgendwie so zwar in der Gruppe aber eigentlich ist man irgendwie alleine.

00:43:12: Das ist auch das, was ich irgendwie am liebsten mit Jugendlichen, auch wenn ich so Podcastworkshops mache oder den Mitgebe dieses

00:43:22: B.U.,

00:43:23: also do you einfach?

00:43:25: Dass man irgendwie egal wie und wer man ist und was man macht, dass es einen Wert hat und dass das irgendwie auch Leute erkennen.

00:43:38: Und die Leute, die das erkennen, das sind deine Freundinnen, ja?

00:43:42: Das sind Leute, mit denen du nicht umgeben solltest und die dann sagen, äh!

00:43:45: So dann kannst du gleich... bei Seite schieben, die verstehen es dann auch nicht womöglich.

00:43:51: Aber ja also man ist natürlich auch so gerade in den Rückblick oft immer mit diesem was wäre wenn und warum habe ich nicht das gemacht?

00:43:59: Und ich hätte doch vielleicht eher und gleichzeitig gibt's schon auch eine gewisse Tendenz in mir, die dann auch sagt Ja aber Das meine ich auch mit dem Wohlwollen zu sich selbst sein dass man auch sagt ne ich hab das aber auch gut gemacht Manche Dinge habe ich einfach gut gemacht.

00:44:15: Ich habe noch Freundschaften von aus meiner Kindheit und meiner Jugend.

00:44:19: Und ich hab damals schon begriffen, dass Freundschaften wichtig sind und habe dafür irgendwie so investiert... ...und auch was andere Dinge angeht, Sport angeht oder berufliche Wege.

00:44:34: So ja okay da habe ich viel falsch gemacht.

00:44:36: aber bei Halbe Kartoffel denke immer das ist das allererste was ich denke.

00:44:40: Ich bin so froh und erleichtert, dass ich es gemacht habe jetzt unabhängig davon ob sie jetzt erfolgreich ist oder nicht was man noch alles hätte besser machen können und so.

00:44:49: Aber ich denke einfach, das hat du mein Leben bereichert?

00:44:52: Und ich habe einmal in meinem Leben irgendeine Idee gehabt und es einfach dann gemacht.

00:44:57: Wie oft sitzt man da und denkt, ah, man müsste eigentlich... Das wäre doch eine gute Idee!

00:45:02: Dann denkt man auch ne, war zu viel Arbeit gar kein Bock.

00:45:05: Soll immer anders machen.

00:45:07: Dass ich ja mal gemacht habe zum richtigen Zeitpunkt, damit mich wirklich erleichtert.

00:45:11: Gar nicht so sehr dass ich denke, oh, ich bin ein geiler Typ.

00:45:14: Ich bin jetzt hier so Macher Sondern dass ich einfach denke, boah zum Glück habe ich das irgendwie gemacht.

00:45:19: Ich weiß gar nicht warum ich es in dem Fall auch einfach gemacht habe aber es hat irgendwie geklappt.

00:45:26: und ich glaube ja um noch mal zu betonen, wenn wir so zurückblicken auf unser eigenes Leben und tun, dass man einfach viel viel wohl wollen damit sich ist Und ich glaube die meisten von uns sind das nicht Die denken oft an die schlechten Sachen oder oft an Dinge die nicht gut gelaufen sind Aber auch zu sehen Nee, das hast du ja echt gut gemacht.

00:45:47: Kannst dich auch mal auf die Schulter klopfen!

00:45:49: Es fällt uns ein bisschen schwer und ist auch eine kulturelle Sache.

00:45:52: Ich glaube ich in Deutschland so ein bisschen verpönt.

00:45:56: Von wegen du musst nichts Besseres als die anderen.

00:45:58: Du stolz sein irgendwie auf seine eigenen Dinge oder irgendwas zeigen, dass man da was toll gemacht hat?

00:46:04: Nee, es ist eher lieber Bescheidenbleiben.

00:46:07: Und ich bin ja auch aufgewachsen.

00:46:11: Ich bin jetzt auch kein der größere Hinstellen und sage wieder kurze Typ Aber mittlerweile traue ich mich schon zu sagen.

00:46:19: Nee, da weiß ich das kann ich schon gut und ich weiß auch bestimmte Sachen kann ich auch besser als viele andere.

00:46:25: Das muss man ja nicht laut Rausposaun die ganze Zeit.

00:46:30: aber man kann es sich selber einfach auch öfter mal sagen.

00:46:34: Was hast du denn gut gemacht?

00:46:40: Tell me!

00:46:42: Ja, ich habe ja auch ein Podcast gestartet.

00:46:46: Hätte ich auch nicht gedacht dass ich das machen würde.

00:46:48: Und du glaubst nicht, ich hab viele Beratensschulden mich unterbreche.

00:46:51: Es gibt so viele die sagen, ich würde gerne ein Podcast machen und es einfach nicht schaffen und einfach nicht hinkriegen.

00:46:57: Das ist zu machen.

00:46:58: Einer meiner besten Freunde hat fünf Jahre oder sechs Jahre gebraucht.

00:47:00: Ich habe den so oft belabert.

00:47:02: Und jedes Mal wenn ich ihn belaberte, aber er hat gesagt ja stimmt okay mach' ich, mach'ich!

00:47:06: Und dann kam wieder irgendwas dazwischen.

00:47:07: wie's halt auch so is', das Leben kommt dazWischen... Aber trotzdem also da kann man einfach stolz darauf sein dass man diesen Podcast gemacht hast hier

00:47:20: Unter anderem, unter anderem.

00:47:22: Aber es ging ja diese Folge hauptsächlich um dich.

00:47:26: Das legt mich ab!

00:47:29: Nein, kannst du ja auch noch an anderer Stelle erzählen?

00:47:33: Ist ja dein Brotgas.

00:47:35: Ich danke dir herzlich Frank für das Teil deiner Eindrücke, für das Mitnehmen durch deine ganz individuelle Reise und für deine motivierenden Worte am Ende einfach mal zu machen.

00:47:51: Danke, dass ich hier sein durfte.

00:47:53: Hat Spaß gemacht und alles Gute weiterhin!

00:48:16: Falls du den Podcast finanziell unterstützen möchtest, findest du den Link zu Steady in den Show Notes.

00:48:26: Jeder Beitrag hilft dabei die laufenden Kosten zu decken.